Sechs Parteien wollen nach der Berlin-Wahl 2026 den Bezirksbürgermeister im Rathaus Pankow stellen. Die Spitzenkandidaten für dieses Amt hat die Bezirksreporterin Laura Wagener in einem neuen Überblick zusammengetragen. Der Report, der am 31. Juli 2026 erscheint, zeigt, wie sich die politische Landschaft im bevölkerungsreichsten Bezirk der Hauptstadt aufstellt.
Der Wettstreit um das Rathaus Pankow
Die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) findet parallel zur Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2026 statt. Sie entscheidet darüber, wie die Mehrheitsverhältnisse im Bezirk künftig aussehen. Die BVV ist das kommunale Parlament Pankows und wählt nach der Wahl den Bezirksbürgermeister oder die Bezirksbürgermeisterin. In den sechs beteiligten Parteien herrscht dem Vernehmen nach Einigkeit: Man will den Chefsessel im Rathaus an der Breiten Straße erobern.
Pankow ist mit rund 400.000 Einwohnerinnen und Einwohnern der größte der zwölf Berliner Bezirke. Die Vielfalt der Ortsteile – vom dicht bebauten Prenzlauer Berg bis zu den ländlichen Randlagen im Norden – macht den Bezirk zu einem politischen Mikrokosmos der ganzen Stadt. Die sechs Parteien, die sich nun präsentieren, stehen für unterschiedliche Vorstellungen, wie dieser Bezirk regiert werden soll.
Die Kandidaten im Porträt
Laura Wagener, die für ihre Berichterstattung aus Pankow bekannt ist, stellt in ihrem Stück die sechs Spitzenkandidaten im Detail vor. Sie beschreibt nicht nur die politischen Lebensläufe, sondern auch die Schwerpunkte im Wahlkampf. Dabei dürften Themen wie bezahlbares Wohnen, der Ausbau von Kitas und Schulen, die Mobilitätswende und die Stärkung der Ortszentren eine zentrale Rolle spielen. Auch die Frage, wie der Bezirk mit dem anhaltenden Zuzug umgeht, wird in den Porträts behandelt.
Die Vorstellung der Kandidaten ist mehr als eine persönliche Präsentation: Sie gibt den Wählerinnen und Wählern eine erste Orientierung. Denn die Wahl zur BVV ist die wichtigste kommunalpolitische Entscheidung im Bezirk. Sie legt fest, mit welchen Mehrheiten der Bezirksbürgermeister oder die Bezirksbürgermeisterin gewählt wird. Häufig sind dafür Koalitionen nötig – auch in Pankow haben sich in den vergangenen Jahren wechselnde Bündnisse abgezeichnet.
Was für Pankow auf dem Spiel steht
Der nächste Bezirksbürgermeister oder die nächste Bezirksbürgermeisterin übernimmt ein Amt mit erheblicher Verantwortung. Schulen und Kitas, Jugend- und Sozialarbeit, Kultur und Sport, aber auch Straßen, Grünflächen und das Ordnungsamt unterstehen der Bezirksverwaltung. In Pankow sind zudem große Wohnungsbauprojekte geplant, die den Druck auf den Wohnungsmarkt mildern sollen. Dazu kommen Herausforderungen wie die Anpassung an den Klimawandel und die Digitalisierung der Verwaltung.
Die Entscheidung im Herbst 2026 hat auch eine überregionale Bedeutung. Berliner Bezirke sind zwar keine Kommunen im rechtlichen Sinne, sondern Teil der Einheitsgemeinde. Dennoch besitzen sie eigene politische Spielräume. Je nach Ausgang der Wahl könnte sich die Zusammenarbeit zwischen dem rot-rot-grünen Senat und dem Bezirk verändern – oder stabilisieren, je nachdem, wie sich die Mehrheiten zusammensetzen.
So funktioniert die Bezirkspolitik
Die zwölf Berliner Bezirke haben eine Doppelrolle: Sie sind sowohl staatliche Verwaltungsbezirke als auch kommunale Selbstverwaltungskörper mit gewählten Organen. An der Spitze eines Bezirks steht das Bezirksamt, bestehend aus dem Bezirksbürgermeister oder der Bezirksbürgermeisterin und mehreren Stadträten. Die BVV – die Bezirksverordnetenversammlung – wird direkt gewählt und kontrolliert das Bezirksamt. Sie entscheidet über den Haushalt des Bezirks, über Bebauungspläne und über die örtliche Infrastruktur.
In Pankow wählt die BVV die Bezirksbürgermeisterin oder den Bezirksbürgermeister mit absoluter Mehrheit. In den ersten beiden Wahlgängen ist die absolute Mehrheit erforderlich, im dritten genügt die einfache Mehrheit. Wie viele Runden benötigt werden, hängt von den Bündnissen ab, die die Fraktionen nach der Wahl schmieden. Die sechs Parteien haben bereits signalisiert, dass sie für Gespräche offen sind – allerdings mit unterschiedlichen Präferenzen.
Wie es nach der Präsentation weitergeht
Mit der Vorstellung der Kandidaten beginnt die heiße Phase des Wahlkampfs. In den kommenden Wochen werden die Parteien ihre Wahlprogramme vorstellen und bei öffentlichen Veranstaltungen um Stimmen werben. Auch die Bezirksreporterin Laura Wagener kündigt an, die Entwicklung bis zur Wahl im Herbst weiter zu verfolgen. Die Wählerinnen und Wähler in Pankow haben nun die Gelegenheit, die Bewerberinnen und Bewerber kennenzulernen und sich ein Urteil zu bilden.
Bis zum Wahltermin bleibt noch Zeit für Überraschungen. Mal zeigt sich, dass manche Kandidaten im direkten Austausch besser punkten als auf dem Papier. Mal sorgt die bundespolitische Großwetterlage für unerwartete Schlagseiten. In Pankow allerdings liegt das Heil nicht in der Ferne, sondern ganz konkret in den Straßen und Kiezen des Bezirks. Die sechs Parteien haben jedenfalls angekündigt, bis zur Wahl um jede Stimme zu kämpfen.



