Usyk prophezeit: Joshua schlägt Fury in Runde sechs
Usyk prophezeit: Joshua schlägt Fury in Runde sechs

Die Tradition, den genauen Zeitpunkt eines Knockouts vorherzusagen, reicht im Boxen bis zu Muhammad Ali zurück. Nun hat sich Schwergewichts-König Oleksandr Usyk eingereiht und eine klare Prognose für den britischen Blockbuster zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua abgegeben. Der Ukrainer erwartet, dass sein Protegé Joshua den Kampf in der sechsten Runde siegreich beendet – mit der rechten Hand.

Diese Ansage kommt nur wenige Tage nach Joshuas wackligem Auftritt gegen den weitgehend unbekannten Albaner Kristian Prenga. Damals war der Brite in Runde eins gleich zweimal zu Boden gegangen, ehe er Prenga im zweiten Durchgang durch K.o. bezwingen konnte. Trotz dieser wackligen Vorstellung zeigt sich Usyk überzeugt: „Knockout, sechs Runden. AJ, boom, rechte Hand“, prophezeite der 39-Jährige im Gespräch mit der britischen Zeitung „Mirror“.

Usyks Analyse: Joshuas Lernfähigkeit überzeugt

Usyk begründete seine Vorhersage mit der mentalen Stärke des 36-jährigen Engländers. „Joshua trägt keinen falschen Stolz mit sich herum“, sagte der ukrainische Ausnahmeboxer. „Er versteht: Wenn man einen Fehler macht, ist das nur dein Fehler, du musst etwas ändern. Wenn man einen macht, okay, ändere es: Du schaust, was du nicht gut machst und änderst es. AJ hat sein Leben verändert.“

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Die beiden einstigen Rivalen arbeiten seit geraumer Zeit zusammen. Für seinen jüngsten Kampf trainierte Joshua sogar mit Usyks Team. Bereits vor dem Zittersieg gegen Prenga hatte Usyk angekündigt, dass der Brite im Jahr 2027 der nächste unumstrittene Weltmeister sein werde. Zu diesem Zeitpunkt will Usyk selbst nicht mehr im Ring stehen.

Usyks Vermächtnis: Vom Champion zum Mentor

Der in 25 Profikämpfen ungeschlagene Linksausleger hatte seine WM-Gürtel der Verbände WBA, WBC und IBF Ende Juni niedergelegt und einen „Last Dance“ gegen einen selbst gewählten Gegner angekündigt. In seiner Karriere stand Usyk sowohl Joshua (2021/22) als auch Fury (2024) jeweils zweimal gegenüber und gewann alle vier Duelle nach Punkten. Diese Erfahrungen fließen nun in seine Mentorenrolle ein.

Während Usyk also auf den Thronverzicht vorbereitet, steht der britische Schwergewichts-Superkampf unmittelbar bevor. Fury und Joshua sollen im Herbst zur langersehnten „Battle of Britain“ aufeinandertreffen. Die Verträge sind nach übereinstimmenden Berichten bereits unterschrieben. Offen ist allerdings noch der Austragungsort.

Kampf um die Bühne: Wembley, Cardiff oder USA?

Joshua-Promoter Eddie Hearn ließ wissen, dass sein Schützling einem Duell gegen den ein Jahr älteren Fury nur auf britischem Boden zustimme. Der Kampf, bei dem laut Medienberichten rund 200 Millionen Pfund (etwa 235 Millionen Euro) im Topf liegen, soll beim Streaming-Dienst Netflix übertragen werden. Netflix soll einen Austragungsort in den USA bevorzugen, verlangt aber mindestens eine dem US-Markt entsprechende Sendezeit. Das Problem: Zur US-Prime-Time wäre in Großbritannien bereits tiefe Nacht.

Box-Mogul Turki Al-Sheikh, der die Fäden zieht, hat sich für eine Austragung im Vereinigten Königreich ausgesprochen. Für einen Kampf im Wembley-Stadion vor 90.000 Zuschauern müsste allerdings die Sperrstunde rund um das Londoner Stadion aufgehoben werden. Als Alternative gilt das Principality Stadium in Cardiff mit 80.000 Plätzen und verschließbarem Dach. Laut Hearn sollen zeitnah Gespräche stattfinden, um die letzten Details zu klären.

Fury selbst hatte zuletzt den 46-jährigen Polen Mariusz Wach besiegt, dabei jedoch selbst einen gealterten Eindruck hinterlassen. Sollte Usyks Prophezeiung eintreffen, hätte Joshua nicht nur den langersehnten Sieg über seinen Rivalen errungen, sondern auch den Startschuss für seine eigene Ära gegeben – ganz im Sinne seines Mentors.

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