Die Entscheidung ist gefallen: Der FC Bayern München hat João Palhinha, Sacha Boey, Bryan Zaragoza und Armindo Sieb aus dem offiziellen Kader für die Saison 2026/27 gestrichen. Auf der Homepage des deutschen Rekordmeisters tauchen die vier Leih-Rückkehrer in der Rubrik „Teams“ nicht mehr auf, obwohl sie weiterhin gültige Verträge beim Double-Sieger besitzen.
Damit zieht der Verein die Konsequenz aus den klaren Worten von Sportvorstand Max Eberl (52), der bereits am vergangenen Mittwoch unmissverständlich erklärt hatte, dass das Quartett keine Zukunft an der Säbener Straße besitzt. Die Spieler sollen sich umgehend neue Vereine suchen.
Fehlende Namen im Profi-Kader
Ein Blick auf die aktualisierte Aufstellung der Mannschaft von Trainer Vincent Kompany (40) macht den Stellenwert der vier Profis für die neue Spielzeit deutlich. João Palhinha (31, Vertrag bis 2028) kehrte nach seiner Leihe zu Tottenham zurück, Sacha Boey (25, Vertrag bis 2028) spielte die Rückrunde bei Galatasaray Istanbul, Bryan Zaragoza (24, Vertrag bis 2029) sammelte Spielpraxis bei der AS Rom, und Armindo Sieb (23, Vertrag bis 2027) war an Mainz 05 ausgeliehen. Alle vier sind bei der Kaderliste auf der Bayern-Homepage komplett gestrichen.
Währenddessen ist Leih-Rückkehrer Felipe Chávez (19), der in der Rückrunde beim 1. FC Köln aktiv war, zwar ohne Trikotnummer, aber immerhin mit den Anfangsbuchstaben seines Vor- und Nachnamens (FC) im Aufgebot zu finden. Seine Zukunft ist noch nicht zu 100 Prozent geklärt, dennoch wird er gelistet.
Eberl fordert Abschied von drei Stars
Sportvorstand Eberl hatte die Lage jüngst bei der Vorstellung von Neuzugang Nathaniel Brown (23) im neuen Team-Hotel „Egerner Höfe“ am Tegernsee konkret angesprochen. Brown war für 50 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro möglicher Bonuszahlungen von Eintracht Frankfurt verpflichtet worden. Eberl sagte: „Das haben wir ganz offen kommuniziert, dass wir mit Sacha, Bryan und João drei Spieler haben, wo wir sehr offen sind, sie abzugeben. Sie haben einen Vertrag beim FC Bayern – das haben wir auch zu respektieren, den haben wir beide unterschrieben. Trotzdem glaube ich, dass für die Drei die Zukunft beim FC Bayern keine sein wird.“
Der 52-Jährige machte zugleich deutlich, dass ein Verbleib für die Betroffenen unangenehm werden würde: „Wenn sich dann einer entscheidet hier zu bleiben, dann wird es relativ hart und kompliziert für ihn, weil er eben keine große Rolle spielen wird. Unser Kader steht, wie wir ihn aufgestellt haben – da spielen die drei keine Rolle.“
Vor allem für Sacha Boey deutet sich ein konkreter Wechsel an: Der FC Bayern fordert für den Außenverteidiger, der in der Rückrunde an Galatasaray Istanbul ausgeliehen war, eine Ablöse von 15 Millionen Euro. Auch bei Palhinha und Zaragoza laufen die Bemühungen um einen Verkauf weiter. Zaragoza absolviert nach einer Knie-Entzündung aktuell Laufeinheiten an der Säbener Straße – offenbar hofft er weiterhin auf ein Top-Angebot.
Ndiaye fehlt noch – aus anderem Grund
Neben den vier Streichkandidaten fehlt auf der Bayern-Homepage auch Bara Sapoko Ndiaye (18) im offiziellen Profi-Kader. Beim senegalesischen Nationalspieler, der in der Rückrunde von den Gambinos Stars aus Gambia ausgeliehen war, ist das jedoch auf einen noch nicht abgeschlossenen Transfer zurückzuführen. Zwischen dem FC Bayern und der Partner-Akademie von „Red&Gold Football“ – einem im März 2023 gegründeten Joint Venture des Klubs mit dem Los Angeles FC – sind noch letzte Details zu klären.
Das Mittelfeld-Juwel ist für Trainer Vincent Kompany bereits jetzt fester Bestandteil der Planungen für 2026/27. Ndiaye darf dank einer Genehmigung der Gambinos Stars weiterhin mit den Bayern-Stars trainieren und an Testspielen teilnehmen. Erst am Dienstag reiste der Senegalese nach den Leistungstests mit den deutschen Nationalspielern ins Trainingslager am Tegernsee und kam dort beim 15:0-Erfolg gegen den Kreisklasse-Klub FC Rottach-Egern zum Einsatz. Kompany hat sich nachdrücklich für eine feste Verpflichtung ausgesprochen – soll der Deal finalisiert werden, wird Ndiaye bald im offiziellen Aufgebot auftauchen.
Das Soll-weg-Quartett hingegen muss sich anderweitig orientieren. Die Streichung aus dem offiziellen Kader ist ein deutliches Signal: In München sind ihre Karrieren beendet, bevor die neue Saison überhaupt begonnen hat.



