Max Eberl, seit März 2024 Sportvorstand des FC Bayern, hat erstmals auf die jüngsten Aussagen von Uli Hoeneß reagiert. Bei einer Medienrunde auf der südkoreanischen Insel Jeju, wo sich der deutsche Rekordmeister derzeit auf seiner Asien-Reise befindet, sagte der 52-Jährige: „Die Worte am Donnerstag haben mich sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl daraus. Man hört lieber Lob als Kritik.“
Hoeneß hatte am Donnerstag bei einem Testspiel in Rottach-Egern öffentlich erklärt, die Wahrscheinlichkeit für eine Vertragsverlängerung des bis Sommer 2027 laufenden Kontrakts des Sportvorstands liege aktuell bei 100 Prozent. Erst Ende Mai hatte der Ehrenpräsident diese Chance lediglich auf 60:40 beziffert. Eberl selbst gab sich bescheiden: „Ich versuche, den Job für Bayern München zu machen und die Menschen, die darüber entscheiden, zu überzeugen, dass ich keine so schlechte Wahl bin. Am Ende wird es der Aufsichtsrat entscheiden.“
Hoeneß lobt die Transferperiode
Dass Eberl in der Gunst der Bosse gestiegen ist, hat handfeste Gründe. In den vergangenen Wochen überzeugte er Hoeneß und den Aufsichtsrat durch frühe Kaufaktivitäten gemeinsam mit Sportdirektor Christoph Freund. Mit dem marokkanischen WM-Shootingstar Ismael Saibari, der für rund 50 Millionen Euro von der PSV Eindhoven kam, und Linksverteidiger Nathaniel Brown, der für 50 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro Bonuszahlungen von Eintracht Frankfurt wechselte, wurden zwei Wunschspieler von Trainer Vincent Kompany verpflichtet.
Besonders die frühe Einbindung der Entscheidungsgremien in die Transferpläne der sportlichen Leitung kam beim Aufsichtsrat gut an. Hoeneß sprach in diesem Zusammenhang bereits von einer „perfekten Transferperiode“ – ein klares Lob für Eberls Arbeit. Der Sportvorstand selbst dürfte diese Aussagen als Rückenwind für die anstehenden Vertragsgespräche werten.
Neuer Vertrag vor der Jahreshauptversammlung?
Nach Hoeneß’ Prognose spricht nun vieles dafür, dass Eberl spätestens zur Jahreshauptversammlung des FC Bayern am Wochenende vom 20. bis 22. November einen neuen Vertrag vom mächtigen Aufsichtsrat um Präsident Herbert Hainer vorgelegt bekommt. Eberl signalisiert Gesprächsbereitschaft: „Wenn man weitermachen möchte, dann bin ich bereit zu reden.“
Parallel zur Vertragsfrage müssen die Münchner noch ihre vier Soll-Weg-Profis abgeben. Dabei handelt es sich um die Leih-Rückkehrer João Palhinha (31, zuletzt Tottenham), Sacha Boey (25, Galatasaray), Bryan Zaragoza (24, AS Rom, aktuell in der Reha nach einer Knie-Entzündung) und Armindo Sieb (23, Mainz). Diese Personalien dürften Eberl und Freund in den kommenden Wochen weiter beschäftigen.



