Säbelfechterin Larissa Eifler gewinnt sensationell WM-Gold in Hongkong
Eifler holt überraschend WM-Gold im Säbelfechten

Säbelfechterin Larissa Eifler hat bei den Weltmeisterschaften in Hongkong für eine riesige Überraschung gesorgt. Die 27-Jährige gewann am Dienstag sensationell Gold im Einzel und bejubelte den größten Erfolg ihrer Karriere. Im Finale besiegte sie die Französin Sara Balzer mit 15:10. „Ich habe versucht, es einfach zu genießen und die ganze Zeit positiv zu bleiben“, sagte Eifler nach ihrem Coup.

Überraschungssieg gegen die Favoritin

Auf dem Weg zum Titel schaltete Eifler unter anderem Olympiasiegerin Manon Apithy aus Frankreich im Achtelfinale aus. Im Finale gegen Apithys Teamkollegin Balzer zeigte sie eine starke Leistung und ließ sich auch von einem frühen 1:6-Rückstand nicht beeindrucken. Die Weltranglisten-30. der Welt legte einen beeindruckenden Durchmarsch hin und besiegte nacheinander die Nummer 7, 12 und 2 der Setzliste. Ihr Weg ins Finale: Sieg gegen Apithy (15:11), dann gegen die Ungarin Renata Katona (15:8) und im Halbfinale gegen die US-Amerikanerin Magda Skarbonkiewicz (15:13).

Erstes WM-Gold seit 2014 für deutsches Fechten

Eifler beendete eine lange Durststrecke für den Deutschen Fechter-Bund. Das letzte deutsche WM-Gold gab es 2014 im russischen Kasan für die Säbelmänner im Team. Das letzte Einzel-Gold bei einer WM gewann 2010 Florettfechter Peter Joppich. Die letzte Medaille holte 2022 Degenfechterin Alexandra Ndolo, die anschließend für Kenia – das Geburtsland ihres Vaters – startete. Sie bejubelte damals Silber im Einzel.

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Historischer Erfolg in einer schwierigen Zeit

Der Triumph von Eifler ist Balsam für die Seele des deutschen Fechtsports, der seit Jahren in einer sportlichen Krise steckt. Bei Olympischen Spielen ging der Verband 2016 in Rio de Janeiro, 2021 in Tokio und auch 2024 in Paris leer aus. Bei den Sommerspielen in der französischen Hauptstadt gehörten gerade einmal zwei Sportler zum deutschen Aufgebot. Der Deutsche Fechter-Bund hatte zuletzt mit sinkenden Mitgliederzahlen und finanziellen Problemen zu kämpfen.

Eiflers Sieg ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie in der Weltrangliste nicht unter den ersten 30 platziert ist. Im Vorfeld der WM hatte niemand mit einer Medaille der Deutschen gerechnet. Umso größer ist nun die Freude im Lager des Verbandes. „Das ist ein fantastischer Tag für den deutschen Fechtsport“, sagte ein Sprecher des Deutschen Fechter-Bundes. „Larissa hat gezeigt, dass mit harter Arbeit und einem starken Willen alles möglich ist. Wir sind unglaublich stolz auf sie.“

Eifler: „Ein Traum wird wahr“

Die 27-Jährige aus Tauberbischofsheim, die beim Olympiastützpunkt in Heidelberg trainiert, konnte ihr Glück kaum fassen. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich habe so hart dafür gearbeitet, und jetzt steht hier Gold. Ein Traum wird wahr“, sagte Eifler nach der Siegerehrung. Für die deutsche Fecht-Nationalmannschaft ist der Titel ein wichtiges Signal, dass man auch in schwierigen Zeiten an die Weltspitze zurückkehren kann.

Bundestrainer Sven Nienaber lobte die Leistung seiner Athletin: „Larissa hat taktisch und mental eine herausragende Leistung gezeigt. Sie hat sich in jedem Gefecht gesteigert und am Ende verdient gewonnen. Das gibt uns allen Auftrieb für die Zukunft.“ Die WM in Hongkong endet am Sonntag, und die deutschen Fechter hoffen auf weitere Medaillen in den Mannschaftswettbewerben.

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