Lustrinelli kündigt Neuzugänge an: Union vor Transfers?
Lustrinelli kündigt Neuzugänge an: Union vor Transfers?

Einen Tag nach der 1:2-Niederlage im Testspiel bei Dynamo Dresden hat Mauro Lustrinelli die Anhänger des 1. FC Union Berlin aufgemuntert. „Ich bin zuversichtlich geboren. Es werden in den nächsten Wochen neue Verpflichtungen kommen“, sagte der 50 Jahre alte Schweizer Trainer. Seit dem Trainingsauftakt Anfang Juli haben die Köpenicker keinen neuen Spieler vorgestellt. Die Nervosität im Umfeld war zuletzt spürbar gewachsen. Mit der Ankündigung rückt eine Verstärkung in greifbare Nähe.

Für Lustrinelli ist die Situation klar: Die Mannschaft muss bis zum Pflichtspielstart besser dastehen. In Dresden zeigte sich einmal mehr, wo es hapert. Die Offensive tat sich schwer, Chancen lagen auf dem Platz, doch scheiterten die Berliner an ihrer eigenen Abschlussschwäche. Die Vorbereitung läuft noch bis zum Pokal, und jedes Testspiel gibt Aufschluss über die Defizite. Der Coach, der Anfang Juli seine Arbeit in Köpenick aufgenommen hat, steht unter Druck. Die Erwartungen der Fans sind hoch, und die Konkurrenz in der Bundesliga hat sich teils namhaft verstärkt.

Der Zeitplan: Pokal in Braunschweig, Liga gegen Frankfurt

Bis zum ersten Pflichtspiel sind es nur noch drei Wochen. Am 23. August (15.30 Uhr) trifft Union in der ersten Runde des DFB-Pokals auswärts auf Eintracht Braunschweig. Eine Woche später, am 29. August (15.30 Uhr), beginnt die Bundesliga-Saison mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Bis dahin wird der Kader voraussichtlich einige neue Gesichter bekommen. Die Vorbereitungszeit ist kurz – umso wichtiger, dass die Neuzugänge schnell integriert werden.

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Neuzugänge: van den Bosch, Friedrich und Nsoki sind schon da

Klar ist: Ganz ohne Verstärkung ist Union nicht in die Saisonvorbereitung gegangen. Zeno van den Bosch (22) hatte bereits im Januar seinen Vertrag unterschrieben. Marvin Friedrich (30) und Stanley Nsoki (27) wechselten vor dem Trainingsauftakt an die Alte Försterei. Doch das allein reicht nicht, um die hohen Ziele zu erreichen. Vor allem in der Offensive muss noch etwas passieren.

Die große Baustelle: Kreativität im offensiven Mittelfeld

Vor allem im offensiven Mittelfeld hat Union ein Problem. Ein Spielmacher, der mit einem guten Pass die letzte Linie öffnet und Torchancen kreiert, fehlt in der Mannschaft. Im Test gegen Dresden probierte Lustrinelli mehrere Varianten. Woo-Yeong Jeong (26) und András Schäfer (27) bekamen die Chance, sich zu empfehlen. Schäfer überzeugte jedoch weniger mit Kreativität, sondern mit seiner Zweikampfstärke. Der ungarische Nationalspieler ist eher als Absicherung vor der Abwehr wertvoll, nicht als Ideengeber. Diese Lücke könnte ein neuer Zugang schließen – ein klassischer Zehner oder ein offensiver Wirbelwind, der zwischen den Linien agiert.

„Wir belohnen uns als Team zu wenig“ – Lustrinelli über die Torflaute

Neben dem Spielmacher wünschen sich viele Beobachter einen echten Torjäger. Den gab es bei Union zuletzt mit Sheraldo Becker. Doch Lustrinelli will gar nicht den einen Knipser verpflichten. „In den Mannschaften, die ich trainiert habe, haben das mehrere Spieler gemacht. Wir belohnen uns momentan als Team zu wenig“, erklärte er nach dem Dresden-Spiel. Seine Botschaft ist deutlich: Tore fallen nicht durch Einzelaktionen, sondern durch eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Die magere Torausbeute in Dresden (1:2) kommentierte er mit Blick auf die vielen Abschlüsse: „Auch heute sind viele Spieler zum Torabschluss gekommen. Es geht darum, etwas entschlossener abzuschließen. Aber wichtig ist, dass wir an die Chancen kommen und dann werden wir uns mit der Zeit auch belohnen.“ Heißt also: Die Qualität der Chancen stimmt, es fehlt der letzte Tick. Daran will Lustrinelli in den kommenden Trainingseinheiten arbeiten.

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Latte Lath im Blick: Sportchef Heldt plant weiter

Und dennoch behält Sportdirektor Horst Heldt (56) die Offensive im Auge. So soll Emmanuel Latte Lath (27) auf der Wunschliste stehen. Ein Transfer des Stürmers ist allerdings an Bedingungen geknüpft: Erst wenn Union Spieler abgibt, kann Geld für neue Offensivkräfte freigemacht werden. Die Transferperiode endet am 31. August – also nur wenige Tage nach dem Pokalspiel. Union muss schnell handeln und gleichzeitig die finanziellen Rahmenbedingungen wahren. Dabei setzt Heldt auf eine ausgewogene Personalpolitik, um die Ablösesummen zu finanzieren. Die nächsten Tage und Wochen werden also zeigen, wie viel Bewegung in den Transfermarkt von Union Berlin kommt.

Köpenick blickt gespannt auf die Transferoffensive

Die Ankündigung von Lustrinelli dürfte für Aufbruchstimmung sorgen. Die Fans hoffen auf einen Spieler, der das Spiel nach vorne belebt. Ob es ein klassischer Zehner, ein flexibler Angreifer oder ein weiterer Stürmer wird, lässt der Trainer offen. Fest steht: Union muss bis zum Pokalauftakt in Braunschweig die Personallage verbessern, um konkurrenzfähig zu sein. Mit neuen Gesichtern könnte die nötige Dynamik in den Kader kommen. Lustrinelli selbst bleibt gelassen – seine Zuversicht jedenfalls ist ungebrochen.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die angekündigten Verpflichtungen kommen und wie schnell sie der Mannschaft helfen. Für Union geht es darum, den Kader so zu formen, dass die Saisonziele erreicht werden können. Die Fans dürfen gespannt sein.