Preißinger verlängert doch bei Preußen Münster: Lust überwiegt Frust
Preißinger verlängert bei Preußen Münster

Unmittelbar nach dem schmerzhaften Zweitliga-Abstieg hatte Rico Preißinger (29) seinen Abschied aus Münster verkündet. Der defensive Mittelfeldspieler wollte eine neue Herausforderung suchen und lehnte das Vertragsangebot des Vereins ab. Doch nun kommt die überraschende Kehrtwende: Preißinger hat seinen Vertrag bei den Preußen um zwei Jahre verlängert. Die Lust auf Preußen war letztlich größer als der Frust.

Die Entscheidung zur Vertragsverlängerung

Am Dienstag unterschrieb der gebürtige Münchberger bei den „Adlerträgern“ ein Arbeitspapier für zwei weitere Jahre. In einem Gespräch mit BILD erklärt er, wie es zu dieser Entscheidung kam. Preißinger, dessen Marktwert auf 400.000 Euro geschätzt wird, gesteht: „Dass wir als Mannschaft in der vergangenen Saison unser sportliches Ziel nicht erreichen konnten, hat mir extrem weh getan und mich sehr belastet. Ich hatte danach einfach das Gefühl, mich umorientieren zu müssen.“

Genau das teilte der ehrgeizige Profi auch Sport-Geschäftsführer Ole Kittner (38) und Sportdirektor Jan Uphues (38) in einer ersten Welle der Enttäuschung mit, bevor er sich in die Sommerpause verabschiedete. Mit seiner Lebensgefährtin Maren reiste er zur Erholung nach Spanien. Sonne auf der Haut, Füße im Meer – die Seele baumeln lassen. Preißinger zu BILD: „Dort ist dann aber relativ schnell die Erkenntnis gereift, dass mir Münster doch noch viel zu viel bedeutet, um das Kapitel so zu beenden. Die Lust auf Preußen war letztlich weitaus größer als der Frust!“

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Neustart in der 3. Liga

Obwohl es auch andere Anfragen gab, will Preißinger mit seinen „Schwarz-Weiß-Grünen“ nun den Neustart wagen. Besonders die Wertschätzung der Fans und des gesamten Umfelds motivieren ihn. „Ich fühle mich hier rundum wohl und will unbedingt dazu beitragen, dass Preußen in absehbarer Zeit wieder zu alter Stärke zurückfindet.“ Gleichzeitig ist ihm bewusst, wie herausfordernd die 3. Liga sein wird. Doch der „Sechser“ hat Neu-Coach Thomas Wörle (44) bereits versprochen: „Ich werde weiter alles für diesen Club geben.“

In der verkorksten Vorsaison ließ Preißinger stets das Herz auf dem Platz und gab bis zum bitteren Ende Vollgas. An ihm und seiner Einstellung lag es nicht, dass die Preußen in der Rückserie einen dramatischen Absturz erlebten (nur ein Sieg in 20 Spielen). Im Gegenteil: In dieser Phase hätte die Mannschaft von Ex-Trainer Alexander Ende (46, jetzt Fortuna Düsseldorf), der im März durch Alois Schwartz (59) ersetzt wurde, mehr Typen wie Preißinger gebraucht.

Bisherige Leistungen und Zukunft

Seit seinem Wechsel vom FC Ingolstadt an die Hammer Straße im Sommer 2023 kommt der Bayer auf 83 Pflichtspieleinsätze im Adler-Trikot, davon 49 in der 2. Liga. Sportdirektor Uphues lobt: „Rico ist ein echter Kulturträger in unserer Mannschaft. Er steht für bedingungslosen Einsatz und Teamgeist, die für unseren Verein und unsere Truppe von großer Bedeutung sind. Nach der Saison hat er diesen Abstand gebraucht, um seine Zukunft in Ruhe zu bewerten. Wir sind aber immer im Kontakt geblieben und freuen uns, dass er an Bord bleibt. Mit seinen fußballerischen Qualitäten, seiner Erfahrung und seinem Charakter wird er unsere Mannschaft bereichern und für die kommenden Aufgaben stabilisieren.“

Vielleicht gelingt dem Mann mit der Trikotnummer 21 irgendwann sogar sein erstes Preußen-Tor – darauf wartet er noch immer.

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