Es war die Nachricht, die sich in den vergangenen Tagen angedeutet hatte, die am 1. August 2026 aber offiziell bestätigt wurde: Bayer Leverkusen muss vorerst auf Kennet Eichhorn verzichten. Der 17-jährige Neuzugang, im Sommer mit großen Erwartungen aus Berlin verpflichtet, fällt wegen einer Stoffwechselstörung aus. Wie der Bundesligist mitteilte, wurde die Erkrankung bei einer ärztlichen Untersuchung des Mittelfeldspielers diagnostiziert.
Auslöser der Stoffwechselstörung sind nach Vereinsangaben eine hohe körperliche Belastung sowie ein übermäßiger Gewichtsverlust im Anschluss an eine Magen-Darm-Erkrankung. Diese Kombination habe den Organismus des Talents derart aus dem Gleichgewicht gebracht, dass eine medizinische Behandlung zwingend erforderlich sei.
Rolfes: „Wir werden Kennet bestmöglich unterstützen“
Leverkusens Sportgeschäftsführer Simon Rolfes zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen, zugleich aber optimistisch: „Kennet steht vor einer hoffentlich sehr langen Karriere auf höchstem Niveau. Wir werden ihn auf diesem Weg bestmöglich unterstützen“, sagte Rolfes. „Wichtig ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass wir die richtigen Maßnahmen für seine Genesung eingeleitet haben und Kennet ohne Druck die notwendige Zeit und Ruhe für seine Behandlung erhält.“
Der Verein betonte, dass die Gesundheit des Spielers absolute Priorität besitze. Man habe alle notwendigen Schritte eingeleitet, um Eichhorn eine schnelle und nachhaltige Genesung zu ermöglichen. Eine Prognose zur Rückkehr auf den Platz wollte der Klub bewusst nicht abgeben.
Behandlung startet in spezialisierter Einrichtung
Die Therapie der Stoffwechselstörung wird in einem auf solche Erkrankungen spezialisierten Zentrum beginnen. Dort soll Eichhorn unter intensiver medizinischer Betreuung wieder aufgebaut werden. Zur Dauer der Zwangspause machten die Leverkusener keine Angaben – ein Zeichen dafür, dass der Club dem Youngster alle Zeit der Welt geben will.
Bereits in den Tagen vor der offiziellen Mitteilung war spekuliert worden, dass Eichhorn das Trainingslager der Werkself verpasst hatte. Als Grund wurde zunächst ein hartnäckiger Infekt genannt. Die nun veröffentlichte Diagnose liefert allerdings das klarere Bild: Es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung, die eine behutsame Behandlung erfordert.
In Europa heiß begehrt: Der Transfer mit Hindernissen
Kennet Eichhorn war im Sommer für kolportierte neun Millionen Euro von Hertha BSC zu Bayer Leverkusen gewechselt. Der Transfer war von zahlreichen europäischen Spitzenklubs umkämpft. Nach Medienberichten gehörten zu den Interessenten unter anderem:
- Borussia Dortmund
- Bayern München
- Manchester City
- FC Liverpool
- RB Leipzig
Die Dortmunder und die Münchner zogen sich den Informationen zufolge allerdings wegen des hohen Handgeldes aus den Verhandlungen zurück. Bayer Leverkusen blieb letztlich im Rennen und konnte sich über die Gunst des Spielers freuen. Entscheidenden Anteil daran hatte der neue Cheftrainer Carles Martínez, der eigens für ein persönliches Gespräch mit Eichhorn und dessen Familie nach Berlin gereist war. Dieser persönliche Einsatz überzeugte den Youngster und führte zum Wechsel ins Rheinland.
Mit 16 Jahren Profi: Der steile Aufstieg des Kennet Eichhorn
Eichhorn hatte in der vergangenen Saison bereits für Aufsehen gesorgt, als er mit 16 Jahren für die Profimannschaft von Hertha BSC auflief. In der 2. Bundesliga absolvierte er 19 Spiele und erzielte dabei ein Tor. Diese Leistungen machten ihn zum begehrten Objekt auf dem Transfermarkt und weckten Begehrlichkeiten beim europäischen Fußball-Adel.
In Leverkusen soll der Mittelfeldspieler langsam an die Bundesliga herangeführt werden, langfristig gilt er als Kandidat für die Startelf. Die Werkself hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie talentierten Akteuren den Weg in die Weltspitze ebnen kann. Eichhorn hat das Zeug, in diese Fußstapfen zu treten – vorausgesetzt, er wird vollständig gesund.
Der Ausfall trifft die Mannschaft von Carles Martínez zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn die Vorbereitung auf die neue Saison läuft auf Hochtouren. Doch der Klub stellt klar, dass Geduld und medizinische Vernunft vor sportlicher Ungeduld stehen. Die Fans hoffen, dass das Supertalent bald wieder auf dem Platz steht – ohne Risiko und ohne Druck.



