Zeno van den Bosch: Das fehlt dem Doekhi-Nachfolger noch beim 1. FC Union Berlin
Van den Bosch: Das fehlt dem Doekhi-Nachfolger noch

Zeno van den Bosch (22) hat am Mittwoch sein erstes Training mit dem 1. FC Union Berlin absolviert. Der belgische Innenverteidiger gilt als Transfercoup der Köpenicker in diesem Sommer, auch wenn der Wechsel bereits im Januar eingefädelt worden sein soll. Van den Bosch wechselte ablösefrei von Royal Antwerpen zu den Eisernen und soll die Lücke füllen, die die ebenfalls ablösefrei abgewanderten Danilho Doekhi (28) und Diogo Leite (27) hinterlassen haben.

Stärken und Schwächen des Talents

Sportchef Horst Heldt beschrieb van den Bosch bei seiner Vorstellung als „jungen Spieler, der großes Entwicklungspotenzial“ besitzt. Gemeinsam mit Rückkehrer Marvin Friedrich (30) soll er die Innenverteidigung stabilisieren. Doch wie gut ist der Belgier wirklich? Van den Bosch zeichnet sich durch hohe Spielintelligenz aus und steht oft genau richtig, um Pässe abzufangen. Eine weitere Stärke ist sein präziser langer Ball zu den Außenspielern, mit dem er gefährliche Konter einleiten kann. Allerdings offenbart ein Vergleich mit Doekhi deutliche Defizite.

Kopfballstärke und Zweikampfquote

Doekhi erzielte in der vergangenen Saison fünf Tore für Union, darunter zwei per Kopf. Van den Bosch gelang in seiner gesamten Karriere erst ein Treffer – und zwar mit dem Fuß. In der Luft gewann der 22-Jährige nur 55 Prozent seiner Zweikämpfe. In 28 Saisonspielen führte er lediglich 80 Luftduelle. Zum Vergleich: Doekhi kam in 34 Einsätzen auf 257 Luftzweikämpfe, von denen er 66 Prozent für sich entschied. Auch insgesamt muss van den Bosch an seiner Zweikampfstärke arbeiten: In der belgischen Liga gewann er nur 54 Prozent aller Zweikämpfe. Die Bundesliga dürfte eine noch größere Herausforderung darstellen.

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Physische Defizite und Eigeninitiative

Mit 1,91 Metern bringt van den Bosch zwar die richtige Größe mit, doch an seiner Physis muss er noch arbeiten. In einem Interview mit Royal Antwerpen im vergangenen Jahr räumte er selbst ein: „Die größten Baustellen sind noch Kopfballspiel, die ersten Meter in der Sprintgeschwindigkeit und generell etwas mehr Körper aufbauen – da ist noch Arbeit nötig.“ Nun sind Mauro Lustrinelli (50) und sein Trainerteam gefordert, das Talent weiterzuentwickeln. Van den Bosch besitzt jedoch den nötigen Ehrgeiz: „Ich musste immer darum kämpfen, ins Team zu kommen“, erzählte er. Bislang hat er sich stets durchgesetzt. Einen fertigen Doekhi-Nachfolger darf man jedoch nicht erwarten.

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