Noch bis vor wenigen Tagen war unklar, wohin die Reise von Lovre Alajbegovic gehen würde. Nun ist die Entscheidung gefallen: Das Nachwuchstalent des FC Bayern schließt sich Juventus Turin an. Die Münchner und die Turiner bestätigten den Transfer am Montag offiziell. Der 19-jährige Mittelfeldspieler erhält in Norditalien einen Vertrag bis 2028 und wird zunächst in der zweiten Mannschaft Juve Next Gen eingesetzt, die in der drittklassigen Serie C spielt.
Alajbegovic kam vor drei Jahren aus Kroatien nach München. In der Jugendabteilung des deutschen Rekordmeisters durchlief er verschiedene Altersklassen und entwickelte sich zu einem der größten Talente seines Jahrgangs. In der Saison 2023/24 spielte der Rechtsfuß eine tragende Rolle in der U19 des FC Bayern. Auch in der UEFA Youth League konnte er auf sich aufmerksam machen. Mit seiner Technik und Übersicht galt er als eines der vielversprechendsten Mittelfeldtalente des Landes.
Die Entscheidung für Turin
Mehrere Top-Klubs hatten angeklopft. Laut Vereinsangaben buhlten auch Borussia Dortmund und der FC Liverpool um die Dienste des Kroaten. Alajbegovic entschied sich jedoch für den Schritt nach Italien. Die klare sportliche Perspektive bei Juve Next Gen gab den Ausschlag. In der Turiner Nachwuchsmannschaft kommen regelmäßig junge Akteure zum Einsatz, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Diesen Weg wollen auch die Verantwortlichen um Juventus-Sportdirektor Cristiano Giuntoli mit Alajbegovic gehen.
Offiziell teilten die Italiener mit, dass der Neuzugang einen langfristigen Vertrag unterschrieben hat. Über die Ablösemodalitäten wurde nichts bekannt – Alajbegovic besaß beim FC Bayern kein gültiges Arbeitspapier mehr, weshalb es sich um einen ablösefreien Transfer handelt. Dennoch soll der deutsche Rekordmeister eine Ausbildungskomponente in moderater Höhe erhalten, wie branchenüblich.
So lief Alajbegovics Zeit beim FC Bayern
Im Nachwuchsbereich der Münchner genoss Alajbegovic eine erstklassige Ausbildung. Er trainierte unter anderem mit den Junioren-Nationalmannschaften Kroatiens und sammelte dabei internationale Erfahrung. Beim FC Bayern galt er als intelligent und flexibel einsetzbar. Vornehmlich im zentralen Mittelfeld beheimatet, konnte er auch als „Sechser“ oder als offensiver Motor agieren. Sein Vertrag in München wäre im Sommer ausgelaufen – die Weichen für einen Wechsel waren also früh gestellt.
Die sportliche Leitung der Bayern versuchte, den Spieler zu halten. Doch der Kroate träumte von einer größeren Bühne. In Italien lockt nicht nur der Traditionsklub, sondern auch die Möglichkeit, schneller gegen Profis zu spielen. Während Alajbegovic in München meist in der A-Junioren-Bundesliga auflief, warten in der Serie C erwachsene Spieler auf ihn. Das ist ein klares Entwicklungsplus.
Was Juventus mit Alajbegovic vorhat
Bei Juve Next Gen wird Alajbegovic als zentraler Baustein der Mannschaft betrachtet. Trainer Massimo Brambilla soll ihn von Anfang an einplanen. Die Italiener gelten als Spezialisten für die Integration von Nachwuchsspielern. Die zweite Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Stadio Giuseppe Moccagatta in Alessandria aus und dient als Übergang in den Profifußball. Bereits mehrere Talente schafften über diese Station den Sprung in die erste Elf von Juventus, zuletzt Matías Soulé und Nicolo Fagioli.
Alajbegovic passt ins Anforderungsprofil: jung, technisch versiert und taktisch gut ausgebildet. Er soll helfen, in der Serie C eine führende Rolle einzunehmen. Die Verantwortlichen in Turin sind überzeugt, dass er das Potenzial hat, sich innerhalb von zwei Jahren für die erste Mannschaft zu empfehlen. Ob er die Anerkennung der italienischen Klubkultur findet, bleibt abzuwarten. Doch die ersten Schritte sind geplant.
Der FC Bayern verliert ein weiteres Talent
Mit dem Abschied von Alajbegovic setzt sich beim Rekordmeister eine Entwicklung fort, die in den vergangenen Jahren öfter zu beobachten war: Hochveranlagte Nachwuchsakteure zieht es vermehrt ins Ausland, weil sie dort schneller auf höherem Niveau spielen können. Der FC Bayern hat dafür Verständnis, betont jedoch auch, genügend Nachwuchs in den eigenen Reihen zu haben. Im Fall Alajbegovic akzeptierte man die Entscheidung und hofft, dass einer der nächsten Talente den Schritt in die erste Mannschaft schafft.
Bis dahin werden die Münchner die Entwicklung ihres ehemaligen Mittelfeldspielers intensiv beobachten. Alajbegovic selbst zeigte sich in ersten Äußerungen dankbar für die Zeit an der Säbener Straße. Er freue sich auf die Aufgabe in Turin und wolle sich dort so schnell wie möglich durchsetzen.



