Althaus-Angebot: Preußen jagt Löwen-Juwel fürs Mittelfeld
Althaus-Angebot: Preußen jagt Löwen-Juwel

Er kam, sah und traf: Felix Higl (29) feierte beim Test-1:2 gegen den englischen Club Southampton einen perfekten Einstand. Der Mittelstürmer war erst am Mittwoch zuvor vom Zweitligisten Greuther Fürth an die Hammer Straße gewechselt. Galt er bislang als Münsters letzter Neuzugang in diesem Sommer, deutet sich nun an: Es könnte noch etwas gehen – auf der Zugangs- wie auf der Abgangsseite.

Uphues: „Es kann höchstens noch einmal Bewegung reinkommen“

Sportdirektor Jan Uphues (38) bestätigte am Samstag nach der offiziellen Saison-Eröffnung mit über 10.000 Fans: „Wir haben alle Positionen besetzt und sind sehr zufrieden mit der Kader-Zusammenstellung.“ Gleichzeitig untermauerte er: „Es kann höchstens noch einmal Bewegung reinkommen, wenn uns ein Spieler verlassen sollte oder möchte.“ Genau diese kleine Hintertür könnte für ein Wechseltheater sorgen – und für ein vielversprechendes Talent aus München.

Im Raum steht der Name Zidan Sertdemir (21). Der ballsichere Mittelfeldspieler, vor der vergangenen Saison vom dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland gekommen, hat sich bei den Schwarz-Weiß-Grünen bislang nicht wie erhofft durchgesetzt. Auch unter Neu-Coach Thomas Wörle (44) schaffte es Sertdemir lediglich in die B-Elf. Bei der Generalprobe gegen Southampton verfolgte er die Partie von der Tribüne aus.

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Sertdemir unzufrieden: Wohnung bereits gekündigt

Seine Lage scheint nicht ausschließlich mit fehlendem Können zu erklären, sondern vielmehr mit seiner Spielweise, die nicht so recht zu Wörles System passen will. Der Däne mit türkischen Wurzeln wirkt unzufrieden und soll bereits auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sein. Seine aktuelle Wohnung in einem Außenbezirk Münsters hat er nach eigener Aussage gekündigt – nicht etwa wegen eines Transfers, sondern weil sie ihm zu teuer sei und er lieber näher zur City ziehen würde.

Genau an dieser Stelle kommt Samuel Althaus ins Bild. Das 20-jährige „Riesen-Talent“ (1,94 m) vom TSV 1860 München gilt als „Juwel“ des Vereins. Nach dem Zwangsabstieg der Löwen – sie konnten den Liquiditäts-Nachweis für die 3. Liga nicht fristgerecht erbringen – steht der gebürtige Augsburger auf dem Sprung. Er besitzt zwar einen gültigen Vertrag für die Regionalliga, will aber unbedingt weg. Mehrere Interessenten buhlen um ihn: Neben dem VfB Stuttgart haben nach BILD-Informationen auch die Preußen konkret angefragt und dem Juwel ein Angebot für einen Drei-Jahres-Vertrag vorgelegt.

Ablöse im Raum: 150.000 Euro für Althaus

Ein Transfer wäre allerdings nicht kostenlos. Laut BILD-Informationen müsste der neue Arbeitgeber rund 150.000 Euro Ablöse an die 1860-KGaA zahlen. Die Preußen rechnen offenbar mit einem möglichen Abgang von Sertdemir: Sollte sich der Däne tatsächlich einem anderen Verein anschließen, wäre auch für ihn eine Ablöse fällig. Sein Vertrag in Münster läuft noch bis zum 30. Juni 2028. transfermarkt.de listet Sertdemir zusammen mit Torhüter Johannes „Jojo“ Schenk (23, Marktwert 1,5 Mio. Euro) als einzigen Spieler mit einem siebenstelligen Marktwert – Sertdemir wird auf eine Million Euro taxiert. Sein Preis dürfte sich dementsprechend auf 200.000 bis 300.000 Euro belaufen.

1860 sieht keinen Cent aus Althaus-Verkauf

Interessantes Detail am Rande: Das „neue 1860“ würde von der Kohle für Althaus keinen Cent sehen. Der lange Schlaks, der seit 2021 sämtliche Jugendmannschaften der Löwen durchlief und 2025 zum Profi wurde, besitzt weiterhin nur ein Arbeitspapier mit der KGaA. Diese befindet sich in der Vorinsolvenz. Bei einem Verkauf fließt das Geld in die Insolvenzmasse – eine Weiterverkaufsbeteiligung wäre daher sinnlos.

Bleibt abzuwarten, ob Preußen Münster mit seinem Werben um Althaus Erfolg hat und ob Sertdemir gleichzeitig den Verein verlässt. Die Zeichen verdichten sich: Auf der einen Seite will man in Münster offenbar keine halben Sachen machen, auf der anderen Seite könnten die finanziellen Mittel aus einem Sertdemir-Verkauf den Weg für den Löwen-Juwel ebnen.

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