Althaus vor Wechsel zu Preußen Münster – 1860 kassiert keine Ablöse
Althaus vor Wechsel zu Preußen Münster – 1860 leer

München – Der erste Punkt ist auf dem Konto: Beim Liga-Auftakt in der Regionalliga in Schweinfurt erkämpfte sich 1860 München ein 2:2. Es ist der erste Pflichtspielpunkt der neuen Löwen seit dem Absturz aus der dritten Liga, der Insolvenz der Fußballlizenz-Firma (KGaA) und der Neugründung der Fußballbetriebsgesellschaft (GmbH). Die Erleichterung über diesen ersten Zähler war im Verein und im Fanlager deutlich spürbar – schließlich markiert er den Auftakt zu einem Neuanfang nach einer der turbulentesten Phasen der Klubgeschichte. Doch diese positive Momentaufnahme wird bereits von einer schlechten Nachricht überschattet.

Wie BILD berichtet, droht den Löwen der Verlust ihres größten Eigengewächses. Samuel Althaus (20), das Juwel aus dem eigenen Nachwuchs, liegt ein konkretes Angebot von Zweitliga-Absteiger Preußen Münster vor. Der Angreifer, der seit 2021 sämtliche Jugendmannschaften der Löwen durchlief und in der vergangenen Saison in den Profi-Kader aufrückte, soll bei den Münsteranern einen Vertrag über drei Jahre unterschreiben. Bislang stand Althaus lediglich im Training mit den Profis auf dem Platz, bei Pflichtspielen allerdings nie im Aufgebot. Trotzdem gilt er als eines der größten Talente im Münchner Umfeld – entsprechend hoch ist sein aktueller Marktwert.

Nach BILD-Informationen ist eine Ablösesumme von 150.000 Euro im Raum. Für Preußen Münster, das nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga in der kommenden Saison in der 3. Liga antreten wird, wäre das ein echtes Schnäppchen. Doch die neue Löwen-GmbH, die nach dem Zusammenbruch der KGaA den Spielbetrieb übernommen hat, wird von diesem Geld keinen einzigen Cent sehen. Der Grund ist eine vertrackte Vertragslage, die viele Fans an die schwierige Vergangenheit erinnert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Althaus ist ein „Asset“ der insolventen KGaA

Samuel Althaus besitzt weiterhin nur einen Vertrag mit der insolventen Fußball-KGaA – nicht mit der neu gegründeten GmbH. Da sich die KGaA in der Vorinsolvenz befindet, wird der Spieler rechtlich als sogenanntes „Asset“ (Vermögenswert) behandelt. Bei einem Verkauf fließt die komplette Ablöse in die Insolvenzmasse der KGaA. Eine Weiterverkaufsbeteiligung für die neue GmbH wäre laut BILD vollkommen sinnlos, weil aus den Einnahmen zunächst die Gläubiger der alten Gesellschaft bedient werden müssten. Für 1860 München bedeutet das: Bei einem Transfer von Althaus bleibt der Klub finanziell auf der Strecke.

Experten schätzen den Marktwert des 20-Jährigen auf 400.000 Euro. Neben Preußen Münster soll auch der Schweizer Vizemeister Lugano heiß auf das Löwen-Juwel sein. Die neuen Löwen haben es demnach nicht geschafft, Althaus davon zu überzeugen, mit der GmbH einen neuen Vertrag abzuschließen. Auch die sportliche Perspektive in der Regionalliga ist wohl nicht verlockend genug gewesen. So bleibt den Verantwortlichen nur die Rolle des Zuschauers – ein herber Schlag, der die wirtschaftlichen Altlasten der KGaA-Insolvenz schmerzlich vor Augen führt.

Dauerkarten-Boom: über 8.000 verkauft, bald ist die Grenze erreicht

Trotz der trüben Aussichten beim Thema Althaus gibt es auch Grund zur Zuversicht: Der Dauerkarten-Verkauf für die kommende Saison läuft besser als erwartet. Über 8.000 Dauerkarten wurden bereits abgesetzt – deutlich mehr als noch im Mai, als die Fans davon ausgingen, dass es im Grünwalder Stadion mit Drittliga-Fußball weitergeht. Die Nachfrage ist so groß, dass der Verein nach BILD-Infos bei 9.500 verkauften Dauerkarten auf die Bremse drücken will. Doch warum ist das so?

Die Antwort liegt in der begrenzten Kapazität des Grünwalder Stadions. Insgesamt passen 15.000 Zuschauer in die traditionsreiche Arena. Von dieser Kapazität müssen jedoch verschiedene Kontingente abgezogen werden:

  • Gästekontingent: 5 Prozent der Sitzplatzkarten und 10 Prozent der Stehplatzkarten
  • Tageskassen-Tickets für Kurzentschlossene
  • VIP-Karten für Sponsoren und Ehrengäste

Diese Auflagen machen es unmöglich, die komplette Stadionkapazität mit Dauerkarten zu belegen. Die Löwen-Fans, die sich noch eine Dauerkarte sichern möchten, sollten sich also sputen, bevor die 9.500er-Marke erreicht ist. Der Ansturm zeigt jedoch, wie sehr die Anhängerschaft hinter dem Verein steht, auch in Zeiten des Umbruchs.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Lehren aus dem Fall Althaus

Der Fall Althaus wird die neuen Löwen noch eine Weile beschäftigen. Er zeigt, dass die Insolvenz der KGaA nicht nur wirtschaftliche Lücken hinterlassen hat, sondern auch die Vertragssituation vieler Spieler verkompliziert. Die Hoffnung der Verantwortlichen ist, dass mit der Zeit alle Altverträge auslaufen und die GmbH vollständige Handlungsfreiheit erlangt. Bis dahin gilt es, die Entwicklungen zu beobachten – und sportlich weiter Punkte zu sammeln. Der erste Zähler in Schweinfurt ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.