Dynamo Dresden schlägt Union Berlin 2:1 – Generalprobe geglückt
Dynamo Dresden schlägt Union Berlin 2:1 – Generalprobe

Dynamo Dresden hat die Generalprobe für die neue Zweitliga-Saison erfolgreich bestanden. Eine Woche vor dem Auftakt beim 1. FC Nürnberg besiegte der Zweitligist den Bundesligisten Union Berlin mit 2:1 (1:1). Vor 25.000 Zuschauern bei Dauerregen und nur 19 Grad trafen Niklas Hauptmann und Vincent Vermeij für die SGD. Für die Gäste hatte Tom Rothe zwischenzeitlich die Führung erzielt.

Ausgangslage: Zwei Teams in unterschiedlichen Phasen

Das Testspiel offenbarte deutlich die unterschiedlichen Voraussetzungen. Dynamo Dresden startet bereits am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg in die Zweitliga-Saison. Union Berlin hingegen hat noch drei Wochen Zeit bis zum ersten Pflichtspiel in der Bundesliga. Trotz dieses Unterschieds entwickelte sich eine intensive Partie, die beiden Trainern wertvolle Aufschlüsse über den Leistungsstand ihrer Mannschaften gab.

Eine Änderung in der Startelf

Im Vergleich zum XXL-Test gegen Cottbus vor einer Woche gab es in der Startelf der Dresdner nur eine personelle Änderung. Kaan Inanoglu erhielt auf der rechten Bahn den Vorzug vor Jakob Lemmer. Damit scheinen die Plätze für die Anfangs-Formation zum Liga-Start am kommenden Sonntag mehr oder weniger vergeben zu sein. Trainer Thomas Stamm hat offenbar eine klare Vorstellung von seiner ersten Elf in der Punktrunde.

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Union Berlin zeigt seine Klasse

Den besseren Auftakt erwischten jedoch die Gäste. Union Berlin hatte über weite Strecken der ersten Halbzeit deutlich mehr Ballbesitz, ließ die SGD kaum zur Entfaltung kommen und gab den Ton an. Die Gäste spielten körperbetont und ließen den Ball gut laufen – Eigenschaften, die für ein Bundesliga-Team charakteristisch sind. Folgerichtig fiel die Führung für die Berliner: Nach einer Flanke von rechts köpfte Tom Rothe am langen Pfosten ein (19.). Sein Gegenspieler Jonas Sterner war dabei zu passiv.

Doch Dynamo schlug postwendend zurück. Über Inanoglu und Sterner gelangte das Leder zu Niklas Hauptmann, dem neuen Kapitän der Sachsen. Hauptmann vollstreckte sehenswert und staubte zum 1:1 ab – sein Tor in der 22. Minute war eine direkte Antwort auf den Rückstand. Dieser schnelle Ausgleich war wichtig für das Selbstvertrauen der SGD, denn Union blieb auch danach spielbestimmend. Trotz vieler Ballbesitzphasen der Gäste hielt die Defensive der Gastgeber stand. Bis zur Halbzeit fielen keine weiteren Tore.

Gonther und Kirsten im Interview

In der Halbzeitpause zogen die Verantwortlichen erste Schlüsse. Sportchef Sören Gonther zeigte sich im MDR zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf. „Das ist ein sehr guter Härtetest gegen eine sehr physische Mannschaft. Da müssen wir uns wehren, machen das aber bis jetzt sehr ordentlich“, lobte er die Moral seiner Mannschaft.

Weniger zufrieden war Dynamos Sturm-Legende Ulf Kirsten: „Wir haben uns zu sehr hinten reindrängen lassen, hatten bis auf eine Phase nach dem Ausgleich kaum Ballbesitz und vor allem viele Standards zugelassen.“ Er ergänzte: „Union hat sehr körperbetont gespielt und den Ball gut laufen lassen. Das ist halt Bundesliga.“ Kirstens Kritik bezog sich vor allem auf die fehlende Entlastung nach vorne.

Der zweite Durchgang: Dynamo dreht auf

Nach dem Seitenwechsel veränderte Trainer Thomas Stamm die Torhüterposition. Elias Bethke kam für Tim Schreiber, der im ersten Durchgang mit zwei guten Reflexen überzeugt hatte. Schreiber hatte sich damit ausgezeichnet, dass er die Null festgehalten hatte – zumindest bis zum Gegentor.

Im Spiel zeigte sich ein anderes Gesicht der Dresdner. Sie kamen mutiger aus der Kabine und setzten die Berliner nun selbst unter Druck. Nach einer Ecke von Rossipal stieg Vincent Vermeij am höchsten und köpfte den Ball zum 2:1 in die Maschen (52.). Der Torjäger ballte die Faust – und die 25.000 Fans johlten, trotz Dauerregen und nur 19 Grad. Diese Führung war die Belohnung für einen kämpferisch starken Auftritt.

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Wechsel-Arie und ein Ex-Dynamo auf dem Platz

Mitte der zweiten Halbzeit war das Spiel dann von einem ständigen Kommen und Gehen geprägt. Beide Mannschaften tauschten nahezu das komplette Personal. Bei den Gästen kam dabei auch ein alter Bekannter zum Einsatz: Dmytro Bohdanov, der vor einem Jahr von Dynamo zu Union gewechselt war. In das damalige Ablöse-Paket war dieses Testspiel eingebaut worden – eine kuriose, aber durchaus übliche Vereinbarung im Profifußball.

Nach den vielen Wechseln war keine Klassenstufe mehr auszumachen. Die Partie war nun ausgeglichen, Dresden hatte die besseren Chancen und hätte das Ergebnis noch ausbauen können. Union konnte sich an diesem Tag nicht mehr steigern. Am Ende blieb es beim 2:1 für den Zweitligisten.

Fazit: Die Generalprobe ist geglückt

Dynamo Dresden kann mit einem guten Gefühl in die Saison gehen. Der Sieg gegen Union Berlin war nicht nur ein Erfolg gegen einen Bundesligisten, sondern auch ein Beleg für die Entwicklung der Mannschaft unter Trainer Thomas Stamm. Die Defensive stand stabil, die Offensive war effizient und der Charakter passte nach dem Rückstand. Allerdings bleibt die erste Halbzeit in Erinnerung, in der die SGD zu passiv agierte und zu viele Standards zuließ. Das sollte in den kommenden Wochen noch verbessert werden, bevor es am Sonntag beim 1. FC Nürnberg um erste Punkte geht.