Ballermann an der Isar: Polizei kontrolliert Schlauchboote
Ballermann an der Isar: Polizei kontrolliert Schlauchboote

München – Das „Ballermann“-Gefühl hat die Isar erreicht. Die Münchner Polizei hat ihre Kontrollen der Schlauchboote auf dem Wildfluss deutlich verstärkt. An heißen Wochenenden drängeln sich immer mehr Gruppen auf den aufblasbaren Booten, mit Musik, Alkohol und wenig Rücksicht. Das hat zu einer spürbaren Zunahme von Beschwerden geführt. Die Polizei zog nun eine erste Bilanz.

Wie die Polizei auf der Isar kontrolliert

Die Kontrollen finden vor allem an den stark frequentierten Abschnitten zwischen Großhesselohe und dem Flaucher statt. Dort ist das Wasser relativ ruhig, aber ebenso können Strömungen auftreten. Die Beamten achten darauf, dass die Boote nicht überbesetzt sind und dass jeder eine Schwimmweste trägt. Zudem wird der Alkohol am Steuer kontrolliert. Auch die Ausrüstungspflicht spielt eine Rolle: Jedes Boot muss mit einem Paddel sowie einer Leine ausgerüstet sein.

Zwar ist die Isar in München kein offizielles Wassersportgebiet, aber eine Befahrung mit Booten ist genehmigt. Die Flussordnung der Stadt gibt vor, welche Verhaltensregeln gelten. Gegen Verstöße gehen die Beamten konsequent vor. Wer beispielsweise mit mehr als drei Personen in einem für zwei Personen zugelassenen Boot sitzt, riskiert eine Sicherheitsunterweisung oder eine Geldbuße.

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Was die Polizei herausgefunden hat

Bei der jüngsten Aktion, die von Samstag bis Sonntag lief, zogen die Kontrolleure eine durchwachsene Bilanz. Insgesamt stoppten sie rund 120 Schlauchboote. In fast jedem siebten Fall gab es Beanstandungen, so die Polizei am Ende. Insgesamt 15 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr bei vergleichbaren Kontrollen.

Besonders häufig fehlten den Insassen die Rettungswesten. Dies betraf knapp die Hälfte der Verstöße. In fünf Fällen hatten die Boote zu viele Menschen an Bord. In drei Fällen war der Bootsführer so stark alkoholisiert, dass die Fahrt abgebrochen werden musste. Die Beamten betonten, dass diese Zahlen die Notwendigkeit der Kontrollen belegen. „Es geht nicht um Schikane, sondern um den Schutz aller, die die Isar nutzen“, sagten die Beamten vor Ort.

Die Anwohner reagieren erleichtert

Die Reaktionen aus der Nachbarschaft zeigen Verständnis für die Polizeiaktion. Anwohner hatten sich in den Wochen zuvor beschwert, dass die Isar abends in ein Partyschiff verwandelt werde. Sie sprachen von einer Art „Ballermann auf dem Wasser“. Die Vermüllung habe zugenommen, und die Belastung für die Natur sei spürbar. Die Polizei versprach, die Kontrollen in der laufenden Saison fortzusetzen. Koordiniert werde dies mit der Wasserwacht und dem städtischen Ordnungsdienst.

Auch die Wasserretter sind entlastet worden, wobei die Einsatzzahlen während der Partytage nach oben schnellten. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die Retter an den Isar-Wochenenden fast 30 Prozent mehr Alarmierungen. Das bestätige den Handlungsbedarf, wie ein Sprecher der Wasserwacht erklärte. Die Präsenz der Beamten entfalte bereits eine beruhigende Wirkung.

So können Badegäste sicher die Isar genießen

Um weiterhin unbeschwert auf dem Wasser unterwegs zu sein, geben Polizei und Wasserwacht klare Empfehlungen: Das Boot nicht überladen, immer eine Schwimmweste tragen, auf Alkohol verzichten oder zumindest deutlich reduzieren. Außerdem sollten die Gäste darauf achten, dass das Boot nicht in die Hauptströmung gerät. Gedränge und Rangeln auf dem Wasser führen schnell zu Kenterungen.

Die Stadt München hat an den Zugängen außerdem Tafeln mit den wichtigsten Regeln in mehreren Sprachen aufgestellt. Duschen und Toiletten wurden zusätzlich bereitgestellt, um die Situation für alle zu entspannen. Die Polizei kündigt an, auch bei anhaltendem Andrang ein wachsames Auge auf den Fluss zu behalten. Denn eins ist klar: Die Isar gehört allen – aber eben nicht als Partyzone ohne Grenzen.

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