In Frankfurt sorgt ein internes Gespräch für Aufsehen: Trainer Adi Hütter hat sich mit Offensivspieler Ritsu Doan zu einem klärenden Austausch getroffen. Dabei ging es um die sportliche Zukunft des Japaners, der im vergangenen Sommer für viel Geld als Unterschiedsspieler geholt wurde. Die Gesprächsinhalte, die BILDplus exklusiv enthüllt, könnten weitreichende Folgen haben.
Doans wechselhafte erste Saison
Ritsu Doan kam 2025 mit hohen Erwartungen nach Frankfurt. Der damalige Rekordtransfer sollte die Offensive beleben und für Tore und Vorlagen sorgen. In seiner Debütsaison zeigte der 28-Jährige immer wieder geniale Momente – etwa seinen Traumfreistoß gegen Leverkusen oder seine Vorlage zum Siegtreffer in Dortmund. Doch insgesamt blieb er unter dem damaligen Trainer Albert Riera oft blass. Der Grund: Riera setzte ihn auf der rechten Außenbahn ein, wo Doan seine Stärken nicht ausspielen konnte. Stattdessen fühlte er sich im Zentrum oder als hängende Spitze wohler.
Hütters Systemproblem
Mit der Verpflichtung von Adi Hütter als neuem Cheftrainer schien sich die Lage zunächst zu entspannen. Doch Hütter bevorzugt ein klares 4-2-3-1-System, in dem die Außenstürmer für Tempo und Tiefe sorgen sollen. Doan, der eher als Spielmacher oder zweite Spitze glänzt, passt in diese Rolle nur bedingt. Die Frankfurter Verantwortlichen hatten daher spekuliert, ob ein Verkauf im Sommer sinnvoll wäre – zumal der Marktwert des Japaners nach seiner starken WM 2022 und guten Leistungen in der Bundesliga hoch ist.
Das Gespräch im Detail
Laut BILDplus haben sich Hütter und Doan in der vergangenen Woche zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen. Dabei soll Hütter dem Japaner klar gemacht haben, dass er ihn als wichtigen Bestandteil des Kaders sieht, aber auch deutlich gemacht haben, dass er sich eine größere Flexibilität von Doan wünscht. „Ich habe ihm gesagt, dass ich seine Qualitäten schätze, aber er bereit sein muss, auch neue Positionen zu akzeptieren“, zitiert BILDplus den Trainer. Doan soll signalisiert haben, dass er bereit ist, sich anzupassen, aber auch klargestellt haben, dass er sich eine zentralere Rolle wünscht.
Reaktionen aus dem Verein
Sportvorstand Markus Krösche äußerte sich zurückhaltend: „Wir sind im Austausch, aber es gibt noch keine Entscheidung. Ritsu ist ein wichtiger Spieler für uns, und wir werden gemeinsam mit ihm und dem Trainer die beste Lösung finden.“ Auch Mannschaftskapitän Sebastian Rode betonte die Qualitäten Doans: „Er kann Spiele entscheiden, das hat er oft genug gezeigt. Wir brauchen ihn in Topform.“
Auswirkungen auf die Saison
Die Zukunft von Doan könnte weitreichende Folgen für die Frankfurter Planungen haben. Sollte er bleiben und sich auf die neuen Anforderungen einlassen, könnte er im zentralen Mittelfeld neben Ellyes Skhiri und Hugo Larsson für mehr Kreativität sorgen. Ein Verkauf hingegen würde Einnahmen bringen, die in andere Positionen investiert werden könnten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Doan in Frankfurt bleibt oder ob er den Verein doch noch verlässt. Fest steht: Das Gespräch zwischen Hütter und Doan hat die Weichen gestellt – und die Fans dürfen gespannt sein, wie es weitergeht.



