Der 1. FC Nürnberg hat seine Generalprobe für den Auftakt in der 2. Fußball-Bundesliga bestanden: Im Testspiel gegen den spanischen Erstliga-Absteiger Real Oviedo gewann der „Club“ im Max-Morlock-Stadion mit 2:1 (2:0). Damit geht die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose gestärkt in die letzte Vorbereitungswoche und kann sich dem Saisonstart gegen Dynamo Dresden gewappnet entgegensehen.
„Es war der Härtetest schlechthin. Viel mehr kann man gar nicht testen“, sagte Offensivspieler Julian Justvan nach einer Partie, die von Fouls, Nicklichkeiten und emotionalen Szenen geprägt war. Die Begegnung verlangte dem FCN vor allem nach dem Seitenwechsel einiges ab, als die Gastgeber über längere Zeit in Unterzahl agierten. Der Sieg gegen einen körperlich starken Gegner aus Spanien dürfte das Selbstvertrauen des Teams nun zusätzlich stärken und die Zuversicht für den Ernstfall erhöhen.
Bis zum Anpfiff am kommenden Sonntag bleibt dem FCN noch eine Woche, um die letzten Feinheiten zu justieren. Das Testspiel gegen Oviedo lieferte dabei die erhoffte Standortbestimmung: Die Abläufe stimmen, und auch in bedrängten Situationen wirkte die Mannschaft gefestigt. Klose kann also aus einem Pool von Spielern schöpfen, die mit hohem Selbstbewusstsein in die Pflichtspielrunde gehen.
Zoma und Scobel treffen früh
Vor 6523 Zuschauern erwischten die Nürnberger einen Traumstart. Bereits in der 10. Minute setzte sich Mohamed Ali Zoma mit einem Dribbling gegen mehrere Gegenspieler durch und erzielte die verdiente Führung. Nur neun Minuten später legte Piet Scobel per Kopf nach einer Zoma-Flanke zum 2:0 nach. „Wir hatten ein super Spiel mit Ball, haben super die Tiefe bespielt“, analysierte Justvan die erste Halbzeit, in der der FCN das Geschehen kontrollierte und sich zahlreiche Torchancen erspielte. Die Kombination über die Flügel sorgte immer wieder für Gefahr.
Real Oviedo fand erst nach und nach ins Spiel, blieb aber vor allem durch Konter gefährlich. Die Gäste forcierten zunehmend das körperbetonte Duell und setzten immer wieder auf harte Bandagen. „Oviedo hat darauf mit vielen Fouls und Provokationen reagiert“, bestätigte Javier Fernandez, der die Leistung seiner Mannschaft dennoch lobte. Für die Nürnberger war dies eine wichtige Erfahrung: Gerade in der 2. Bundesliga sind solche Phasen keine Seltenheit, und die Mannschaft muss lernen, auch dann die Nerven zu behalten.
Rote Karten und Wolkenbruch: Der FCN kämpft in Unterzahl
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie. Ein heftiger Wolkenbruch sorgte für schwierige Platzverhältnisse, und der FCN geriet personell in Bedrängnis: In der 53. Minute musste Tim Janisch nach einer Notbremse mit der Roten Karte vom Platz. Nur acht Minuten später sah Adam Markhiev die Gelb-Rote Karte – der „Club“ war fortan nur noch zu neunt. „Wir mussten am Ende tief verteidigen. Da waren wir alle sehr präsent und konzentriert“, lobte Justvan die Defensivarbeit seiner Mannschaft in dieser turbulenten Phase.
Dennoch blieb der FCN stabil. Real Oviedo kam durch Pablo Saenz in der 85. Minute zwar noch zum Anschlusstreffer, doch der Ausgleich gelang den Gästen nicht mehr. „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt. So etwas kann passieren, ich bin sehr zufrieden mit der Leistung unserer Mannschaft“, sagte Fernandez. Justvan gab mit Blick auf die kommenden Pflichtspiele eine deutliche Warnung aus: „Wir dürfen uns davon nicht provozieren lassen, weil wir alles in der Hand hatten.“ Die beiden Platzverweise bieten für die Vorbereitung dennoch wertvolle Erkenntnisse für das Verhalten in Unterzahl, auch wenn eine solche Situation im Ligaalltag unbedingt vermieden werden sollte.
Kloses Startformation steht weitgehend
Trainer Miroslav Klose hatte seine vermeintlich beste Elf aufgeboten – die auch am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen Dynamo Dresden auflaufen könnte. Einzig Torhüter Jan Reichert fehlte leicht angeschlagen. Reichert war zuvor von Klose zum neuen Kapitän ernannt worden; als seine Stellvertreter wurden Julian Justvan und Adam Markhiyev bestimmt. Beide gehörten beim Test gegen Oviedo zur Startelf, Markhiyev sah allerdings die Gelb-Rote Karte. Der Trainer dürfte dennoch weiter auf ihn setzen, sofern er im Ligaauftakt gesperrt werden sollte – allerdings ist dies erst für das nächste Spiel relevant.
Einen Tag später testete der FCN spontan gegen den Drittligisten FSV Frankfurt. Dabei stand Reichert zwischen den Pfosten, während Klose fast vollständig auf die Stammkräfte aus der Partie gegen Oviedo verzichtete. Die Nürnberger B-Elf unterlag mit 1:3 (0:2) – ein Ergebnis, das angesichts der Begleitumstände nicht überbewertet werden sollte. Für den FCN zählt nun allein der Saisonauftakt gegen Dynamo Dresden, für den sich die Mannschaft von Miroslav Klose in der Vorbereitung nach dem erfolgreichen Härtetest gewappnet fühlen kann. Die Erkenntnisse aus den beiden Tests fließen nun in die finale Nominierung des Startteams ein.



