Die Fifa treibt die nächste WM-Revolution voran: Nach der ersten Endrunde mit 48 Teilnehmern in diesem Jahr soll die Weltmeisterschaft 2030 womöglich auf 64 Nationen aufgestockt werden. Das geht aus einem vertraulichen Beratungspapier hervor, das unter anderem „The Guardian“ und „ESPN“ vorliegt.
Fifa lässt Auswirkungen von 64 Teams prüfen
In dem fünfseitigen Dokument erklärt der Weltverband, man „prüfe die strategischen Auswirkungen einer möglichen Erweiterung der FIFA-Weltmeisterschaft über das derzeitige Format hinaus“. Weiter heißt es wörtlich: „Daher möchte die Fifa eine unabhängige Agentur beauftragen, um zu ermitteln, ob und wie sich eine Erweiterung der Fifa-Weltmeisterschaft von 48 auf 64 teilnehmende Mannschaften ab der Ausgabe 2030 auf das Ökosystem des Fußballs auswirken würde.“
Die beauftragte Agentur soll ihre Ergebnisse bereits bis zum 11. September dieses Jahres liefern. Der ungewöhnlich kurze Zeitraum lässt vermuten, dass eine Entscheidung noch vor Jahresende oder spätestens bis März 2027 fallen könnte. Dann will sich Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) zur Wiederwahl stellen.
Fifa-Vize bringt WM-Bombe ins Spiel
Bereits im Juli hatte Fifa-Vizepräsident Alejandro Domínguez die Pläne vorweggenommen. In einem Beitrag auf X schrieb er: „Jetzt wird zu Hause gespielt! 2030 kommt die Weltmeisterschaft nach Uruguay, Argentinien und Paraguay – eine großartige Gelegenheit, den Fußball zu feiern.“ Doch dann ließ der Paraguayer die Bombe im letzten Satz platzen: „Das WM-Jubiläum mit einem Turnier mit 64 Mannschaften.“
Eine Weltmeisterschaft mit 64 Teams würde eine deutlich längere Gruppenphase bedeuten. Statt der bisherigen 16 Gruppen mit jeweils vier Mannschaften wären es dann 16 Gruppen – allerdings mit insgesamt 64 Teilnehmern. Die Anzahl der Gruppenspiele würde von 72 auf 96 steigen. Zudem wäre ein Sechzehntelfinale wieder nötig, was die K.o.-Runde um eine zusätzliche Runde erweitert.
WM 2030 erstmals auf drei Kontinenten
Die WM 2030 wird die erste interkontinentale Weltmeisterschaft sein. Die meisten Spiele sind in Spanien, Portugal und Marokko geplant. Jeweils eine Partie soll in Paraguay, Argentinien und Uruguay ausgetragen werden. Grund dafür ist das 100-jährige Jubiläum der ersten Weltmeisterschaft, die 1930 in Uruguay stattfand.
Die Pläne für die XXL-WM kommen abseits der gescheiterten WM-Investorenpläne, mit denen die Fifa zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatte. Ob die Erweiterung tatsächlich umgesetzt wird, hängt auch von der Prüfung der Agentur ab. Klar ist jedoch: Infantino drückt aufs Tempo, um die Weichen für seine mögliche Wiederwahl im kommenden Jahr zu stellen.



