Der sechsmalige französische Fußball-Meister Girondins Bordeaux erreicht einen neuen Tiefpunkt: Wegen millionenschwerer Zahlungslücken wird der Traditionsclub von der vierten Liga zwangsweise in die sechste Liga versetzt. Die Berufungskommission der Finanzaufsichtsbehörde DNCG entschied, den Verein zunächst aus allen nationalen Ligen auszuschließen. Ein sportlicher Neuanfang ist daher maximal in der sechstklassigen R1 möglich – vorausgesetzt, der Fußball-Verband der Region Nouvelle-Aquitaine stimmt zu.
Finanzierungsbedarf von zehn Millionen Euro
Hintergrund sind ausstehende Transferzahlungen und Ausbildungsentschädigungen an andere Clubs, die einen Finanzierungsbedarf von rund zehn Millionen Euro verursachen. Bereits 2024 war Bordeaux von der zweiten in die vierte Liga strafversetzt worden. Ein Verkauf an den britischen Investmentfonds Sparta Capital scheiterte zuletzt, auch die Suche nach einem anderen Investor blieb erfolglos. Im vergangenen Jahr hatte der frühere deutsche Nationaltorwart Oliver Kahn über einen Einstieg verhandelt.
Liquidation droht
Wegen der anhaltenden Finanzprobleme steht mittlerweile sogar die Liquidation des Vereins im Raum. Darüber muss nun ein Handelsgericht entscheiden. Der Club, für den einst Stars wie Zinédine Zidane, Bixente Lizarazu und Johan Micoud sowie deutsche Nationalspieler wie Klaus Allofs, Manfred Kaltz, Uwe Reinders und Dieter Müller spielten, kämpft ums Überleben. Kahn gewann mit dem FC Bayern München 1996 die beiden UEFA-Pokal-Endspiele gegen Girondins mit 2:0 und 3:1.



