FIFA-Boss Infantino Attackiert Kritiker und Lobt Argentinien in Brief
Infantino Attackiert Kritiker und Lobt Argentinien

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich in einer 15-teiligen Instagram-Botschaft scharf gegen Kritiker der abgeschlossenen Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada gewandt. Gleichzeitig veröffentlichte er einen Brief an den argentinischen Verband, in dem er die Leistung der Nationalmannschaft trotz kontroverser Auftritte überschwänglich lobt. Der Schweizer Fußballfunktionär zeigte sich dabei wenig selbstkritisch und griff vor allem Medien und Beobachter an, die das Turnier aus seiner Sicht zu Unrecht kritisiert hätten.

Infantinos wütende Abrechnung

In dem Instagram-Post warf Infantino Kritikern vor, „Hass“ und falsche Informationen zu verbreiten. Die Weltmeisterschaft habe „die Menschheit von ihrer besten Seite“ gezeigt und Milliarden auf der ganzen Welt begeistert. Wer das nicht erkannt habe, sei „von Hass und Kritik so vereinnahmt“ gewesen, dass ihm die Freude am Spiel entgangen sei. Infantino richtete sich direkt an die Kritiker: „An diejenigen, die hinter ihren Schreibutensilien und Bildschirmen sitzen und Hass sowie falsche Gerüchte verbreiten, möchte ich sagen: Während ihr dort sitzt, stehen wir an vorderster Front – wir organisieren, arbeiten hart und liefern die beste Show der Welt.“

Der Fall Balogun und Trumps Einfluss

Ein zentraler Kritikpunkt betraf die Einmischung von US-Präsident Donald Trump in die Disziplinarverfahren der FIFA. Trump hatte die rote Karte gegen den amerikanischen Stürmer Folarin Balogun nicht akzeptiert und bei der FIFA interveniert. Infantino wies zwar alle Vorwürfe zurück, dass Trump tatsächlich Einfluss genommen habe, räumte aber ein, dass die Sperre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Trump selbst behauptete kurz vor dem Finale, Infantino habe „eine sehr gute Entscheidung getroffen“. Infantino reagierte damals mit verlegenem Lächeln und undeutlichem Gemurmel. In seinem Instagram-Post verteidigte er solche Entscheidungen als normal: „Tatsächlich gehören diskutable Schiedsrichterentscheidungen oder merkwürdige Disziplinarurteile – wie etwa möglicherweise fehlerhafte Rote oder Gelbe Karten oder der nachträgliche Verzicht auf Spielersperren in bestimmten Situationen – zum Alltag und sind in einigen der weltweit größten Ligen weitgehend akzeptiert.“

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Weitere Kontroversen: Ticketpreise, Visa und Einreiseverbote

Die Kritik an der FIFA beschränkte sich nicht auf den Balogun-Fall. Bereits während des Turniers sorgten hohe Ticketpreise für Empörung. Viele Fans konnten sich die Karten nicht leisten, was zu leeren Rängen in einigen Stadien führte. Hinzu kamen strenge Visa-Beschränkungen für Fans und Offizielle aus bestimmten Ländern, die den internationalen Charakter der WM in Frage stellten. Besonders brisant: Das Einreiseverbot für WM-Schiedsrichter Omar Artan, dem Kontakte zu einer „terroristischen“ Vereinigung vorgeworfen wurden – allerdings ohne dass offizielle Beweise vorgelegt wurden.

Skurriler Lobesbrief an Argentinien

Parallel zu seiner Instagram-Attacke veröffentlichte Infantino einen Brief an den Präsidenten des argentinischen Fußballverbands, Claudio Tapia. Darin gratulierte er der „Albiceleste“ zum Gewinn der Silbermedaille und lobte, dass die Leistungen des Teams „entscheidend“ dazu beigetragen hätten, die WM zu einem „außergewöhnlichen Ereignis“ zu machen. Infantino schrieb: „Die Erfolge sind das Ergebnis ständiger Arbeit, Professionalität und Liebe zum Detail. Aber auch von Leidenschaft, Engagement und der Liebe zu diesem wunderbaren Sport. All dies verheißt eine vielversprechende Zukunft und wird zweifellos den Weg für neue und große Erfolge des argentinischen Fußballs ebnen.“

Argentiniens umstrittenes Finale

Die Lobeshymne überrascht angesichts der harschen Kritik, die Argentinien im Turnierverlauf einstecken musste. Insbesondere das Finale gegen Spanien (0:1) war von vielen Fouls und Unsportlichkeiten geprägt. Die Mannschaft fiel weniger durch guten Fußball auf, sondern durch eine aggressive Spielweise, die bei Zuschauern und Experten für Unmut sorgte. Zudem kursierten während des gesamten Turniers Theorien über eine angebliche Nähe zwischen Infantino und der argentinischen Mannschaft. Mehrere umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, die zugunsten der Südamerikaner ausfielen, nährten diese Spekulationen. Der Brief Infantinos dürfte diese Kritik kaum verstummen lassen.

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