Indonesiens Notenbankchef Perry Warjiyo tritt zurück – Rupiah fällt
Notenbankchef Indonesiens tritt zurück – Rupiah unter Druck

Der überraschende Rücktritt des indonesischen Zentralbank-Gouverneurs Perry Warjiyo schürt Unruhe an den Finanzmärkten. Präsident Prabowo Subianto habe das Rücktrittsgesuch angenommen, teilte die Regierung am Montag in Jakarta mit. Zur Übergangschefin wurde die bisherige Vize-Gouverneurin Destry Damayanti ernannt.

Märkte reagieren nervös

An den Finanzmärkten sorgte der Schritt für Verunsicherung. Die Landeswährung Rupiah verlor bis zu 0,32 Prozent auf 17.992 pro Dollar. Am Aktienmarkt ging es auf und ab. Die Regierung rief die Marktteilnehmer zur Ruhe auf. Der personelle Übergang werde transparent und im Einklang mit den Gesetzen erfolgen. Weder die Geldpolitik noch die wirtschaftliche Stabilität würden beeinträchtigt, hieß es in einer Erklärung.

Indonesien ist mit mehr als 283 Millionen Einwohnern das größte muslimische Land der Welt. Es wächst seit Jahren mit Raten um die fünf Prozent deutlich schneller als die Weltwirtschaft. Der Rücktritt von Warjiyo weckt bei Investoren jedoch Erinnerungen an die abrupte Entlassung der angesehenen Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati im vergangenen Jahr. Dies hatte Befürchtungen ausgelöst, die finanzpolitische Glaubwürdigkeit des Landes könne durch die kostspieligen Ausgabenpläne von Präsident Prabowo untergraben werden.

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Unabhängigkeit der Notenbank in Gefahr?

Ratingagenturen wie Moody's und Fitch hatten ihre Besorgnis über Änderungen am Mandat der Zentralbank als einen der Hauptgründe für die Herabstufung des Kreditausblicks auf „negativ“ in diesem Jahr angeführt. Das indonesische Parlament hatte erst im Vormonat ein Gesetz verabschiedet, das den Abgeordneten mehr Einfluss auf die Notenbank einräumt. Der Rücktritt schürt Sorgen über die Unabhängigkeit der Zentralbank und die Haushaltsführung des Landes.

„Nach Perrys Rücktritt ist eine Schwächung der Unabhängigkeit der Bank Indonesia zu erwarten“, sagte Bhima Yudhistira Adhinegara, Direktor des Zentrums für Wirtschafts- und Rechtsstudien. „Das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen, wird sicherlich nicht einfach sein, zumal die Geldpolitik unter der Kontrolle der Exekutive steht.“

Druck auf die Notenbank wächst

Die Notenbank steht unter dem Druck, die wachstumsorientierte Agenda von Präsident Prabowo zu unterstützen. Erst im Juni war die Rupiah auf ein historisches Tief gefallen. Die Übergangschefin Damayanti sagte, die Zentralbank werde die Kontinuität ihrer Aufgaben gewährleisten, um die Stabilität der Rupiah und des Finanzsystems zu sichern. Warjiyo war 2018 zum Gouverneur der Zentralbank ernannt und 2023 für eine zweite fünfjährige Amtszeit bestätigt worden. Er hatte seinen Rücktritt mit persönlichen Gründen erklärt, diese aber nicht näher erläutert.

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