Jovanovic überzeugt: VfB kassiert Last-Minute-Ausgleich gegen Paris
Jovanovic überzeugt: VfB kassiert späten Ausgleich

Der VfB Stuttgart hat im ersten Härtetest der Saisonvorbereitung einen Last-Minute-Schock erlebt. Gegen den französischen Erstligisten FC Paris kassierten die Schwaben in der letzten Sekunde der Partie noch das 2:2 – ausgerechnet in der 105. Minute einer kuriosen 15-minütigen Verlängerung, die nach dem offiziellen Abpfiff angeordnet worden war. Statt des vierten Siegs im vierten Testspiel steht damit ein Unentschieden zu Buche.

Das Spiel hatte für die Stuttgarter zunächst nach Plan ausgesehen. Der VfB ging durch Lazar Jovanovic in der 15. Minute in Führung und erhöhte nach der Pause durch Dan-Axel Zagadou (54.) auf 2:0. Paris fand erst zurück ins Spiel, nachdem Trainer Sebastian Hoeneß nach 60 Minuten die komplette Mannschaft ausgewechselt hatte.

Personell musste Hoeneß kurzfristig auf Grischa Prömel verzichten. Der 31-Jährige hatte im Training einen Schlag auf die Wade bekommen und pausierte deshalb. Für ihn rückte Youngster Yanik Spalt (18) in die Startelf und machte seine Sache ordentlich.

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Jovanovic überzeugt – und liebäugelt weiter mit Abschied

Lazar Jovanovic nutzte seine Chance von Beginn an. Der 19-jährige Serbe, der schon beim 8:1-Sieg in Offenbach mit zwei Toren und einer Vorlage geglänzt hatte, erzielte in der 15. Minute das 1:0 und war in der ersten Hälfte einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz. Seine Startelfberufung war die logische Folge seiner starken Vorbereitung.

Doch trotz der guten Leistung bleibt die Lage des Flügelspielers angespannt. Nach einer enttäuschenden ersten Saison mit nur drei Bundesliga-Einsätzen denkt Jovanovic über einen Abgang nach. Beim VfB hat er kaum Perspektive auf Einsatzzeit, und als Nicht-EU-Bürger darf er zusätzlich nicht in der U21 des Klubs spielen. Das macht eine Entwicklung in Stuttgart schwierig.

Mittelstädt glänzt als Retter, verpasst aber vom Punkt

Als zweiter Gewinner des Abends präsentierte sich Maximilian Mittelstädt. Der 29 Jahre alte Linksverteidiger, der die WM verpasst hatte, war in Top-Form. In der 26. Minute rettete er mit einer Weltklasse-Aktion: Er kratzte einen Schuss von Simon mit dem Kopf von der Torlinie und verhinderte so den zwischenzeitlichen Ausgleich für Paris.

Nur wenig später bot sich Mittelstädt die Chance, selbst zu glänzen – doch er scheiterte als Schütze. Nach einem Foul an ihm im Strafraum trat er selbst zum Elfmeter an, konnte den Ball jedoch nicht am Ex-Frankfurter Kevin Trapp im Pariser Tor vorbeibringen (32.).

Zagadou köpft zur Vorentscheidung – dann wechselt Hoeneß durch

Nach der Pause erhöhte Dan-Axel Zagadou per Kopf auf 2:0. Der 27-jährige Innenverteidiger verwertete in der 54. Minute eine Freistoßflanke von Chris Führich und brachte den VfB damit auf die Siegerstraße. Die Stuttgarter kontrollierten die Begegnung zu diesem Zeitpunkt sicher.

Doch Trainer Sebastian Hoeneß nahm nach der 60. Minute einen kompletten Wechsel vor: Eine völlig neue Mannschaft kam auf den Platz, was dem Spiel Rhythmus nahm. Paris nutzte das und kam durch Koleosho in der 71. Minute zum Anschlusstreffer. In der 78. Minute hätte der VfB dann fast noch einen Elfmeter kassiert, als Ersatzkeeper Marius Funk den früheren Dortmunder Ciro Immobile im Strafraum von den Beinen holte – der Schiedsrichter ließ allerdings laufen.

Kurios wurde es nach dem offiziellen Abpfiff: Eine 15-minütige Verlängerung wurde angeordnet, in der Koleosho in der 105. Minute noch seinen zweiten Treffer erzielte und den 2:2-Endstand herstellte. Der Last-Minute-Ausgleich war für die Stuttgarter ein herber Rückschlag, der die Freude über die zuvor gute Vorstellung trübte.

Weiter geht es im Trainingslager in Grassau

Statt mit vier Siegen in vier Testspielen fährt der VfB nun mit einem Remis im Gepäck ins Trainingslager nach Grassau am Chiemsee. Vom 4. bis 7. Juli arbeitet die Mannschaft dort weiter an der Form – dann werden auch die WM-Fahrer wieder zur Verfügung stehen. Darunter ist mit Leo Sauer ein Neuzugang, den der VfB am Donnerstag für 12,5 Millionen Euro von Feyenoord Rotterdam verpflichtet hat.

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Personell zeigte sich der VfB auch ohne Prömel gefestigt: Die Startelf lautete Bredlow – Nartey, Jeltsch, Zagadou, Mittelstädt – Spalt, Chema – Jovanovic, Tomás, Führich – Milosevic. Die Treffer erzielten Jovanovic (15.), Zagadou (54.) sowie Koleosho (71./105.). Für den VfB war es ein lehrreicher Abend mit gemischten Gefühlen – die Erkenntnisse wird Hoeneß in den kommenden Tagen im Trainingslager vertiefen.