Kölns Verteidiger Gazibegovic wechselt auf Leihbasis zu Widzew Lodz
Kölns Gazibegovic zu Widzew Lodz – Abschied nach 13 Einsätzen

Der 1. FC Köln setzt seinen Kader-Umbruch fort: Verteidiger Jusuf Gazibegovic (26) verlässt den Verein für ein Jahr und schließt sich auf Leihbasis dem polnischen Erstligisten Widzew Lodz an. Der Bosnier, der im Januar 2025 als erster Neuzugang nach der damaligen Transfersperre des FC gekommen war, konnte sich in der Domstadt nie dauerhaft durchsetzen. Nun soll er in Polen Spielpraxis sammeln, während Köln weiterhin einen Teil seines Gehalts übernimmt.

Keine Perspektive unter Trainer René Wagner

Bereits zwei Wochen nach dem Start der Saisonvorbereitung hatten die Kölner Verantwortlichen um Sportboss Thomas Kessler (40) Gazibegovic klar gemacht, dass er im System von Trainer René Wagner (38) keine Rolle spielen würde. „Wir haben Gazi frühzeitig und transparent darüber informiert, dass er in unseren sportlichen Planungen für die kommende Saison keine Rolle spielen wird“, erklärte Kessler. „Uns war wichtig, ihm diese Klarheit möglichst früh zu geben, damit er zusammen mit seinem Berater die bestmögliche Lösung für seine Zukunft erarbeiten kann.“

Gazibegovic, dessen Vertrag in Köln noch bis 2028 läuft, war vom Verein für Verhandlungen mit anderen Klubs freigestellt worden. Ein Verkauf ließ sich jedoch nicht realisieren, da der Marktwert des 26-Jährigen nach durchwachsenen Leistungen gesunken war. Stattdessen einigten sich beide Parteien auf eine Leihe ohne Kaufoption. Nach Informationen der BILD wird der FC weiterhin einen Teil des Gehalts von Gazibegovic zahlen, in der Hoffnung, dass dieser sich in Polen für einen späteren Verkauf empfehlen kann.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

13 Einsätze und ein historischer Status

Gazibegovic geht als erster Spieler in die jüngere Vereinsgeschichte ein, der nach Aufhebung der FIFA-Transfersperre verpflichtet wurde – ein symbolischer Meilenstein, der jedoch sportlich nicht von Erfolg gekrönt war. Seit seinem Wechsel im Januar 2025 absolvierte er lediglich 13 Pflichtspiele für die Kölner. Bereits unter dem damaligen Trainer Lukas Kwasniok (44) hatte er sich nicht durchsetzen können. In der abgelaufenen Saison war er an Sturm Graz verliehen, doch auch dort blieb er ohne nachhaltigen Eindruck.

Der Abwehrspieler selbst zeigte sich im Abschiedsinterview enttäuscht, aber auch hoffnungsvoll: „Klar hätte ich beim FC gerne eine Chance bekommen, mich noch einmal zu zeigen. Leider haben sich die Verantwortlichen anders entschieden. Jetzt bin ich froh, mit Widzew Lodz einen Verein gefunden zu haben, bei dem ich die Chance bekomme, mich von Saisonbeginn an zu zeigen mit dem klaren Ziel, wieder Stammspieler zu werden. Dafür werde ich bei Lodz alles geben.“

Umbruch in Köln: Elf Abgänge und ein weiterer Problemfall

Mit Gazibegovic hat der FC in diesem Sommer bereits den elften Spieler abgegeben – eine komplette Mannschaft wurde aussortiert. Der Bosnier ist damit Teil eines tiefgreifenden Kaderumbaus, den Sportboss Thomas Kessler und Trainer René Wagner vorantreiben. Ziel ist es, den Kader zu verschlanken und Spieler zu integrieren, die langfristig eine Perspektive bieten.

Ein weiterer Kandidat für einen Abgang ist Stürmer Imad Rondic. Anders als bei Gazibegovic gestaltet sich die Suche nach einem neuen Klub für den von Kwasniok einst verpflichteten Angreifer jedoch schwierig. Rondic wurde bereits vom Mannschaftstraining ausgeschlossen, doch bislang fand sich kein Abnehmer. Der FC hofft, auch für ihn eine Lösung zu finden, um den Etat weiter zu entlasten.

Gazibegovic selbst wird in Lodz nun die Chance erhalten, ab Saisonbeginn zu glänzen. Der polnische Erstligist belegte in der vergangenen Saison einen Platz im Mittelfeld und sucht nach Verstärkung für die Defensive. Ob der Leihspieler dort an seine früheren Leistungen anknüpfen kann, bleibt abzuwarten – für den FC steht vor allem der Wiederverkaufswert im Fokus, sofern er sich in Polen stabil zeigt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration