Nach Boykottdrohungen: Infantino gibt WM-Investorenplan auf
Nach Boykottdrohungen: Infantino gibt WM-Investorenplan auf

Am 2. August 2026 hat Gianni Infantino eine schwere Niederlage erlitten. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa hat seinen umstrittenen Plan, die Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, nach massivem Widerstand aufgegeben. Das ist ein Erfolg für alle, die den Fußball nicht zum Spielball von Geldgebern machen wollen. Doch es bleibt ein bitterer Beigeschmack: Infantino selbst ist weiterhin an der Spitze der Fifa – und das ist aus Sicht vieler Kritiker ein unhaltbarer Zustand.

Ein Plan, der den Fußball verändern sollte

Die Idee klang aus Sicht Infantinos zunächst verlockend: Private Geldgeber sollten Milliarden in die WM stecken, im Gegenzug sollten sie an den Einnahmen beteiligt werden. Kritiker sprachen von einer Kommerzialisierung des Turniers und warnten vor einem Ausverkauf des Fußballs. Der Widerstand war so groß, dass Infantino den Plan nun offenbar zurückziehen musste. Ganz freiwillig kommt dieser Rückzug jedenfalls nicht daher.

Es war ein beispielloses Bündnis, das den Fifa-Chef zum Einlenken zwang. Nicht nur die europäischen Fußballverbände stellten sich quer, auch die Verbände aus Mittel- und Nordamerika sowie aus Asien weigerten sich, Infantinos Pläne mitzutragen. Ohne die Zustimmung dieser mächtigen Verbände wäre eine Umsetzung kaum möglich gewesen. Der Rückzug ist daher als eine herbe Schlappe anzusehen, die Infantinos Autorität weiter untergräbt.

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Europäische Verbände ziehen die Notbremse

Den größten Anteil an Infantinos Niederlage haben die europäischen Verbände. Sie hatten unmissverständlich klar gemacht, dass sie eine WM mit Investorenbeteiligung nicht akzeptieren würden. Ein Boykott hätte die WM als sportliches und wirtschaftliches Großereignis massiv beschädigt. Diese Drohung war dem Fifa-Präsidenten offenbar ernst genug, um seine Pläne zu überdenken. Es zeigt: Wenn die Verbände geschlossen auftreten, können sie sogar den mächtigsten Funktionär der Fußballwelt stoppen.

Doch allein auf die Europäer zu schauen, wäre zu kurz gegriffen. Auch die Verbände aus Mittel- und Nordamerika sowie Asien verweigerten ihre Zustimmung. Gerade die Asiaten hätten in dem geplanten Modell eine zentrale Rolle spielen sollen, da dort das wirtschaftliche Wachstum des Fußballs erwartet wird. Doch auch sie ließen sich nicht auf Infantinos Pläne ein. Damit fehlte dem Fifa-Chef die notwendige Basis, um den Deal durchzuziehen.

Der englische Premier mischt sich ein

Zusätzlich wurde der Druck von politischer Seite erhöht. Der neue englische Premierminister zeigte sich öffentlich empört über die Pläne. England ist nicht nur eine Fußballnation mit großer Tradition, sondern auch politisch ein Schwergewicht. Dass sich nun auch die Politik einschaltet, ist ein deutliches Zeichen an Infantino: Seine Methoden werden nicht mehr akzeptiert. Die Empörung dürfte dazu beigetragen haben, dass Infantino den Plan endgültig begrub.

Der Rückzug ist also nicht einer einzigen Ursache geschuldet, sondern dem Zusammenspiel aus Verbandswiderstand, politischer Kritik und öffentlicher Empörung. Nie zuvor ist ein Fifa-Präsident so deutlich an einer wichtigen Entscheidung gehindert worden. Das ist ein historischer Vorgang, auch wenn er in der offiziellen Kommunikation der Fifa wahrscheinlich als „Abwägung“ oder „Anpassung“ verkauft werden wird.

Stimmen nach Infantinos Rückzug

In Fußballkreisen wird der Rückzug mit Erleichterung aufgenommen. Allerdings ist die Erleichterung getrübt von der Erkenntnis, dass Infantino weiterhin im Amt ist. Viele Beobachter sehen in ihm eine Belastung für den Weltverband. Auch wenn er sich bei der geplanten Investoren-WM nicht durchsetzen konnte, bleibt er ein umstrittener Funktionär, der immer wieder durch extravagante Äußerungen und undurchsichtige Entscheidungen auffällt.

Die Kritik an Infantino ist nicht neu. Schon lange fordern Kritiker eine grundlegende Reform der Fifa. Der gescheiterte Investoren-Plan ist aus Sicht des Autors der nächste Beleg dafür, dass Infantino nicht mehr das Wohl des Fußballs im Blick hat, sondern allein die Vermarktung. Die Fifa brauche einen Präsidenten, der den Sport in den Mittelpunkt stelle und nicht die eigenen Geschäfte, so die Forderung.

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Fazit: Der Druck muss aufrechterhalten werden

Die jetzige Entwicklung zeigt eines: Wenn Verbände und Politik gemeinsam Druck machen, können sie etwas bewegen. Diese Erfahrung sollte genutzt werden, um eine umfassende Reform der Fifa anzustoßen. Oberste Priorität muss dabei die Ablösung von Gianni Infantino sein – bevor er die nächste Idee angeht. Denn der Kampf um den Fußball ist mit dem Scheitern dieses Plans nicht beendet. Es ist nur eine Schlacht gewonnen, der Krieg um die Zukunft der WM geht weiter.

Der Autor dieses Kommentars hofft, dass die Verbände aus den vergangenen Wochen gelernt haben. Sie haben gesehen, dass Infantino einknickt, wenn man ihm geschlossen entgegentritt. Diese Erfahrung sollte sie bestärken, auch in Zukunft nicht nachzugeben. Die Fans werden es ihnen danken – und der Fußball auch.