„Natürlich bleibe ich bei Fortuna!“ – Oberdorf bekennt sich
„Natürlich bleibe ich bei Fortuna!“ – Oberdorf bekennt sich

Der Kader von Fortuna Düsseldorf hat sich nach dem Abstieg in die 3. Liga massiv verändert. Leistungsträger haben den Verein verlassen, Neuzugänge sollen die Lücken schließen. In diesem Umbruch gibt Tim Oberdorf ein klares Signal: Der 29 Jahre alte Innenverteidiger bleibt dem Klub erhalten und will den direkten Wiederaufstieg schaffen. Beim 2:1-Testsieg gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende bekräftigte er seinen Entschluss.

„Aber mich hat ja bisher keiner danach gefragt“

Auf eine entsprechende Nachfrage von BILD reagierte Oberdorf mit einem Lächeln und einer klaren Ansage: „Natürlich bleibe ich bei Fortuna!“ Dann fügte er hinzu: „Aber mich hat ja bisher keiner danach gefragt.“ Für den Spätberufenen, der erst mit 25 Jahren den Sprung in den Profifußball schaffte, stand die Entscheidung nie wirklich infrage. „Ich will dabei helfen, so schnell wie möglich wieder aufzusteigen“, ließ er verlauten.

Diese Aussage ist bemerkenswert in einer Zeit, in der viele Spieler nach einem Abstieg den Verein wechseln, um in höheren Ligen zu bleiben. Oberdorf wählt den umgekehrten Weg und stellt sich der sportlichen Herausforderung. Er sieht sich nicht als Opfer der Umstände, sondern als Teil der Lösung.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Späte Profikarriere mit Hindernissen

Oberdorfs Karriere ist alles andere als typisch. Er hätte längst als Lehrer für Sport und Deutsch arbeiten können, hätte er sich nicht für den Fußball entschieden. Im Dezember 2021 unterschrieb der damalige Student seinen ersten Profivertrag bei Fortuna Düsseldorf – mit 25 Jahren. Zuvor spielte er in der Oberliga für die TSG Sprockhövel, wo er sich durch gute Leistungen für höhere Aufgaben empfahl. Die Düsseldorfer holten ihn in ihre U23, und von dort arbeitete er sich Stück für Stück in die Profimannschaft.

Sein Einsatz blieb nicht unbemerkt: In der Saison 2023/24 feierte er mit Fortuna den Einzug in die Relegation zur Bundesliga. Der Traum vom Aufstieg platzte allerdings gegen den VfL Bochum. Oberdorf, der in der Innenverteidigung gesetzt war, erlebte das als herben Rückschlag, doch er blieb dem Verein treu – ein Muster, das sich nun wiederholt.

Zahlen belegen seinen Wert

In der vergangenen Saison stand Oberdorf 32-mal in der Startelf – nur zwei Gelb-Rot-Sperren kosteten ihn weitere Einsätze. Die Statistiken unterstreichen seine Bedeutung: In den vier Partien, in denen er nicht mitwirkte, blieb Fortuna ohne Punktgewinn. Diese magere Ausbeute zeigt, wie sehr die Mannschaft auf seine Führungsqualitäten angewiesen ist.

In der Spielzeit 2024/25 übernahm Oberdorf das Amt des Vizekapitäns und gehörte fest zum Gerüst des Teams. Vor allem in der Defensive gab er den jungen Spielern Halt. Dass er nun auch nach dem Abstieg zur Verfügung steht, bekommt für die Planungen des Trainerteams eine zentrale Bedeutung.

Vertrag bis 2027 – trotz Gehaltseinbußen

Sein Arbeitspapier läuft noch bis zum 30. Juni 2027. Eigentlich eine klare Situation – dennoch gab es in den vergangenen Wochen Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied. Ein Grund könnte die Vertragsstruktur sein, die sich an die Ligazugehörigkeit koppelt. Durch den Abstieg in die 3. Liga reduziert sich das vereinbarte Gehalt deutlich, was manchen Spieler ins Grübeln bringt.

Genau das ist bei Oberdorf nicht der Fall. Er stellt seine Zukunft nicht infrage, sondern sieht in der sportlichen Aufgabe auch eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. „Ich will dabei helfen, so schnell wie möglich wieder aufzusteigen“, betonte er erneut – und meint damit nicht nur den Aufstieg in die 2. Bundesliga, sondern perspektivisch auch den Sprung zurück ins Fußball-Unterhaus der Bundesliga.

Mannschaftsrat und Identifikationsfigur

Oberdorf ist Mitglied des Mannschaftsrats, also Teil jenes Gremiums, das die Interessen der Spieler gegenüber der Vereinsführung vertritt. In Zeiten des Umbruchs kommt diesem Amt eine besondere Rolle zu: Nach vielen Abgängen braucht es Führungspersönlichkeiten, die das Team zusammenhalten und die neuen Spieler integrieren. Oberdorf bringt dafür die nötige Autorität mit.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Seine Identifikation mit dem Verein ist außergewöhnlich. In Düsseldorf hat er sich von einem U23-Spieler zum Führungsspieler entwickelt. Er kennt die Bedeutung des Klubs für die Region, und genau diese Verwurzelung macht ihn zu einem wichtigen Faktor für den angestrebten Wiederaufstieg.

Der 2:1-Testsieg gegen Dortmund war für Oberdorf und die Mannschaft ein erster Schritt in die richtige Richtung. Vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft nach dem Abstieg auftrat, stimmt optimistisch. Dass mit Oberdorf ein Führungsspieler das Schiff nicht verlässt, ist ein starkes Signal an Mannschaft und Umfeld.

Für die Fans von Fortuna Düsseldorf ist die Nachricht ein kleiner Lichtblick in einer ansonsten schwierigen Zeit. Einer, der den Verein verinnerlicht hat, geht den Weg mit – und will am Ende zurück ins Oberhaus. „Natürlich bleibe ich bei Fortuna“, sagt er. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen: Genau diese Einstellung wird den Klub stärken.