Nach dem Einzug seines Clubs FC Santos ins Viertelfinale des brasilianischen Pokals hat Neymar mit provokativen Gesten gegenüber den Fans des unterlegenen Clube do Remo für Aufsehen gesorgt. Der 34-Jährige schrie, tanzte und zeigte seine Muskeln – und erntete dafür heftige Kritik vom Präsidenten des Gegners. Antonio Carlos Texeira nannte Neymar einen „Penner“ und „Clown“.
Provokationen nach dem Schlusspfiff
In einem Video, das unter anderem der Transferjournalist Fabrizio Romano in den sozialen Medien teilte, ist zu sehen, wie Neymar nach dem Schlusspfiff in den Katakomben des Stadions gegnerischen Anhängern lautstark etwas zuruft. Anschließend schlägt er sich auf das Wappen des FC Santos, tanzt und zeigt in Richtung der Fans seine Muskeln. Die Szene erinnert an das Phänomen „Ragebait“ – Onlinecontent, der absichtlich Wut auslösen soll. Wie gut solche Wutköder auch in einem Fußballstadion funktionieren, demonstrierte Neymar eindrucksvoll.
Schon auf dem Weg zum Spielertunnel war Neymar mit gegnerischen Fans aneinandergeraten. Diese hatten ihn während der gesamten Partie mit Rufen wie „Vai tomar no cu“ (vergleichbar mit „Verpiss dich“) beschimpft. Neymar reagierte darauf sarkastisch: „Danke für die Unterstützung“, schrieb er zu einem Video in seiner Instagram-Story. Zudem postete er ein Bild aus dem Flieger mit dem Kommentar „Ziel erreicht“.
Empörung beim unterlegenen Club
Remos Präsident Antonio Carlos Texeira reagierte empört auf die Aktionen Neymars. „Es bleibt das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein. Santos hat das nicht nötig. Und dieser Penner Neymar, der von einer Horde Kinder vergöttert wird, hat sich wie ein Clown benommen und uns dann auch noch provoziert. Wir sind selbst schuld daran, dass wir solche Typen wie ihn vergöttern“, sagte Texeira.
Neymar, der in dem hitzigen Pokalspiel nach seiner Einwechslung den Siegtreffer zum 1:0-Endstand vorbereitet hatte, ließ die Kritik offenbar kalt. Für ihn scheint die Provokation gegnerischer Fans Teil seines Spiels zu sein – und er genießt es sichtlich, wenn er sie zur Weißglut treibt.
Rücktritt aus der Nationalmannschaft
Die Kontroversen um Neymar sind nicht neu. Bei der Weltmeisterschaft im Sommer war er mit Brasilien bereits im Achtelfinale an Norwegen (1:2) gescheitert. Anschließend verkündete der Routinier seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Der frühere Angreifer des FC Barcelona und von Paris Saint-Germain bestritt 130 Länderspiele für den Rekordweltmeister und ist Rekordtorschütze des Landes. So früh wie seit 36 Jahren nicht mehr ist Brasilien bei einer WM gescheitert – Neymar weinte bittere Tränen und trat zurück.
Während die einen Neymars Verhalten als unsportlich kritisieren, sehen andere darin seine Leidenschaft und seinen Siegeswillen. Fest steht: Der 34-Jährige bleibt eine polarisierende Figur im Weltfußball – sowohl auf als auch neben dem Platz. Mit seinen Provokationen sorgt er weiterhin für Schlagzeilen und zeigt, dass er auch im fortgeschrittenen Fußballalter nichts von seiner Extravaganz verloren hat.



