Norwegen reicht Fifa-Beschwerde im Fall Balogun ein
Norwegen reicht Fifa-Beschwerde im Fall Balogun ein

Norwegens Fußballverband (NFF) bereitet eine formelle Beschwerde gegen den Weltverband Fifa vor. Verbandspräsidentin Lise Klaveness kritisiert scharf die Aufhebung der Rot-Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Sie spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall, der den gesamten Sport bedrohe.

Klaveness: Entscheidung war von außen beeinflusst

„Wir alle wissen, dass dieses Urteil von außen beeinflusst wurde und nicht auf einem ordnungsgemäßen Verfahren beruhte“, sagte Klaveness der britischen Zeitung „The Times“. Balogun, bis dahin bester Spieler des US-Teams, hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina (2:0) wegen eines harten, aber unabsichtlichen Tritts die Rote Karte gesehen. Dadurch wäre er eigentlich für das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt gewesen. US-Präsident Donald Trump soll jedoch Fifa-Präsident Gianni Infantino gebeten haben, die Sperre von Balogun zu überprüfen. Daraufhin durfte Balogun im Achtelfinale spielen.

Infantino betont Unabhängigkeit der Kommission

Infantino betonte stets, dass die Disziplinarkommission unabhängig von Trumps Anruf entschieden habe. Trump erweckte dagegen den Eindruck, dass Infantino persönlich interveniert habe. Der Vorgang sorgte weltweit für Kritik. Klaveness sagte: „Wenn man eine Regel auf diese Weise beugt, begibt man sich in eine gefährliche Abwärtsspirale, die den gesamten Sport gefährdet.“ Das sei „besorgniserregend“ für den Fußball. „Wir brauchen von unserer Führung bei der Fifa die Aussage, dass dies ein Fehler war.“

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Norwegen als erster Verband mit offizieller Positionierung

Klaveness muss noch die Unterstützung ihres Vorstands einholen. Anschließend möchte sie die Beschwerde bei der Ethikkommission der Fifa einreichen. Der norwegische Verband wäre die erste Föderation, die sich offiziell positioniert. Mehrere Nationalverbände wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der europäische Verband Uefa reagierten lediglich mit deutlicher Kritik an den Geschehnissen. „Der Versuch, die Sache nun unter den Teppich zu kehren, wird nicht funktionieren“, sagte Klaveness, dafür wolle sie auch selbst sorgen.

Bereits zweite Beschwerde des NFF gegen Infantino

Es wäre nicht die erste Beschwerde des NFF: Als einziges Fifa-Mitglied legten die Norweger bereits eine Beschwerde gegen Infantino ein, weil er mit der Verleihung des Fifa-Friedenspreises an Trump gegen die Regeln zur politischen Neutralität verstoßen habe. Beide Beschwerden dürften voraussichtlich wenig Aussicht auf Erfolg haben.

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