Pirlos Bewerbung für den Nationaltrainer-Posten in der Schwebe
Die eigentlich schon beschlossene Ernennung von Andrea Pirlo zum neuen Trainer der italienischen Nationalmannschaft steht plötzlich auf der Kippe. Grund sind die Geschäftsbeziehungen des 47-jährigen Weltmeisters von 2006 zum russischen Wettanbieter Fonbet. Wie die „Gazzetta dello Sport“ berichtet, hat der neue Präsident des italienischen Fußball-Verbandes FIGC, Giovanni Malagò, eine Prüfung der Verträge angeordnet.
Pirlo ist derzeit Trainer des Erstligisten United FC in Dubai und fungiert zugleich als globaler Markenbotschafter von Fonbet. Die Kombination aus der Tätigkeit für ein Wettunternehmen und der russischen Herkunft des Unternehmens sorgt für Kritik – insbesondere vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, auf deren Seite Italien klar steht.
Werbeauftritt in Moskau löst politische Debatte aus
Besonders ein Auftritt Pirlos in Moskau vor zwei Monaten gemeinsam mit Ex-Nationalspieler Marco Materazzi hat für Empörung gesorgt. Italienische Politiker mehrerer Parteien äußerten öffentlich Zweifel, ob jemand mit einer solchen Verbindung die Nationalmannschaft repräsentieren sollte. Die „Gazzetta dello Sport“ titelte daraufhin über die „russischen Schatten“, die über Pirlos Trainerambitionen liegen.
Laut Zeitung hat Malagò inzwischen eine detaillierte Prüfung der Unterlagen veranlasst. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob Pirlos Zusammenarbeit mit Fonbet ausschließlich mit seinem Engagement beim United FC verknüpft ist. Die Anwälte des früheren Nationalspielers betonen, der Vertrag mit Fonbet stehe ausschließlich im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit beim Klub aus Dubai. Sollte der Trainervertrag aufgelöst werden, könne Pirlo die Partnerschaft mit dem Wettanbieter einseitig und ohne Vertragsstrafe beenden.
Vertragsauflösung in Dubai als nächster Schritt
Bereits laufen Gespräche über eine vorzeitige Beendigung von Pirlos Engagement in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erst danach könne der italienische Fußballverband offizielle Verhandlungen über den Posten des Nationaltrainers aufnehmen. Pirlo gilt nach Angaben der Zeitung weiterhin als Favorit für das Amt.
Allerdings war der Weltmeister nicht die erste Wahl. Sowohl Pep Guardiola als auch Carlo Ancelotti hatten Italien eine Absage erteilt. Auf den neuen Trainer wartet eine schwierige Aufgabe: Italien hat zuletzt drei Weltmeisterschaften in Folge verpasst. Die Entscheidung über Pirlo wird nun maßgeblich von der Prüfung seiner geschäftlichen Verbindungen abhängen.



