Tadej Pogacar (27) hat die 10. Etappe der Tour de France von Aurillac nach Le Lioran mit Ansage gewonnen. Der Spitzenreiter, der seinem fünften Tour-Sieg entgegenstrebt, setzte sich 15 Kilometer vor dem Ziel aus der Favoritengruppe ab und kam allein ins Ziel – 32 Sekunden vor seinen Kontrahenten. Damit baute der Slowene seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Jonas Vingegaard (29) auf 3:36 Minuten aus.
Pogacars Plan geht auf
Bereits vor dem Start hatte Pogacars Edelhelfer Nils Politt (32) angekündigt, dass sein Boss als Erster über die Ziellinie wolle. Gesagt, getan. Pogacar bestätigte nach der Etappe: „Wir haben uns die Etappe tatsächlich ausgesucht.“ Warum wollte er unbedingt auf der Skistation Le Lioran gewinnen? „Vor zwei Jahren hat Jonas Vingegaard mich im Sprint hier geschlagen. Meine Beine waren da am Ende. Heute zwar auch, aber ich war diesmal allein vorn.“
Red Bull-Bora-hansgrohe erholt sich
Das Team Red Bull-Bora-hansgrohe zeigte sich vom Chaos der ersten Woche bestens erholt. Erst hatte Remco Evenepoel (26) seinen Co-Kapitän Florian Lipowitz (25) öffentlich angepisst, am Sonntag folgte der Wasserflaschen-Krach zwischen den beiden. Sie fuhren in derselben Gruppe, hatten aber keine Helfer dabei – die verpennten die Gruppe oder waren zu müde. Somit mussten die beiden klären, wer vom Kapitän zum Wasserträger wird. Am Ende versorgte der Schwabe den Belgier.
Starke Leistung am Dienstag
Am Dienstag folgte die Demonstration der Stärke: Beide wieder in der Spitzengruppe mit Pogacar und Vingegaard. Evenepoel wurde im Sprint der Verfolger Zweiter, Lipowitz hinter dem französischen Supertalent Paul Seixas (19) Vierter. Lipowitz verbesserte sich im Ranking auf Rang 6 und liegt nun 38 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Evenepoel, der Dritter ist. Dass in den Alpen Lipowitz der Stärkere ist und den Doppel-Olympiasieger überholen wird, gilt als wahrscheinlich.
Stimmen zur Etappe
Lipowitz sagte: „Wie erwartet war es ein superhartes Rennen, aber das Team machte einen super guten Job und meine Beine waren ziemlich gut. Aber um Pogacar zu folgen, hatten wir die Beine dann doch nicht. Der war einfach zu stark.“ Auf die Frage, dass Evenepoel vor ihm ins Ziel kam, antwortete er: „Remco Zweiter, das freut mich wahnsinnig und wir können super happy sein. Wir sind auf einem guten Kurs. Beine und Form passen und Richtung Podium schaut es gut aus.“
Pogacar in eigener Liga
Pogacar muss sich um die Platzierten keine Sorgen machen. Er fährt in einer eigenen Liga. Dass er Seixas den Sieg am französischen Nationalfeiertag wegschnappte, gefiel nicht jedem Zuschauer. „Ein paar Leute haben gebuht, aber das gibt uns noch mehr Kraft. Alles, was ich im Kopf hatte, war, nach vorn zu kommen, wie wir es am Montag besprochen hatten.“ Und im Leistungssport wäre er falsch, würde er an andere Mannschaften Geschenke verteilen, nur weil gerade Nationalfeiertag ist.



