Eigentlich sollte diese Personalie erst in der neuen Woche offiziell verkündet werden. Doch nach der Generalprobe des 1. FC Magdeburg gegen West Ham United (1:1) wurde aus der Kapitänsfrage eine unfreiwillig unterhaltsame Szene in der Mixed Zone. Zunächst stellte sich Torwart Dominik Reimann (29) den Fragen der Journalisten. Der Keeper, der seinen Vertrag beim FCM gerade bis 2029 verlängert hat, schien bestens gelaunt. Als BILD wissen wollte, ob er auch zum Ligastart gegen Eintracht Braunschweig am 8. August die Binde tragen werde, schaltete sich die Pressesprecherin ein: Der Verein werde die Entscheidung erst in der kommenden Woche kommunizieren. Reimann bremste sofort schmunzelnd ab: „Ich mache die Binde jetzt ab und zu Hause bin ich auf jeden Fall kein Kapitän. Der Trainer wird verkünden, wer es am Ende ist.“
Nur wenige Minuten später trat genau dieser Trainer ans Mikrofon. Chefcoach Petrik Sander (65) bekam von BILD die gleiche Frage gestellt – und abermals versuchte die Pressesprecherin lachend einzugreifen: „Ich hatte schon gesagt, dass wir die Geschichte noch nicht kommunizieren.“ Sander dachte jedoch gar nicht daran, das kleine Geheimnis für sich zu behalten: „Die Frage stellt sich für mich nicht. Er hat die Kapitänsbinde und wird sie auch gegen Braunschweig tragen.“ Rund eine Stunde später machte der FCM die Personalie offiziell: Reimann bleibt Kapitän, Tobias Müller (32) und Baris Atik (31) werden seine Stellvertreter.
Vertrag bis 2029: Ein klares Bekenntnis
Die Vertragsverlängerung des 29-Jährigen bis 2029 ist ein starkes Zeichen des Klubs. Der Torhüter genießt das Vertrauen der Verantwortlichen und wird nun auch in seiner Rolle als Spielführer bestätigt. Mit Tobias Müller (32) und Baris Atik (31) stehen ihm zwei erfahrene Stellvertreter zur Seite. Diese Konstellation verleiht der Mannschaft Stabilität und Kontinuität für die Saison.
Trikot-Geste für den verletzten Musonda
Der Abend in der Avnet Arena hatte noch einen weiteren emotionalen Höhepunkt zu bieten. In der Schlussminute erzielte Falko Michel (25) den 1:1-Ausgleich gegen den Premier-League-Absteiger aus London. Beim Jubel hielt Michel das Trikot von Lubambo Musonda in die Höhe – eine Geste, die tief berührte. Musonda, 31 Jahre alt, hatte sich zuvor einen Achillessehnenriss zugezogen und wird monatelang ausfallen. Die 13.279 Zuschauer in der Avnet Arena reagierten mit tosendem Applaus auf diese Solidaritätsbekundung.
Reimann sprach danach offen über den emotionalsten Moment des Tages: „Es ist unglaublich schade für den Jungen und tut mir unheimlich leid für ihn. Ich weiß aber, dass er alles dafür tun wird, schnellstmöglich zurück zu sein.“ Solche Szenen zeigen, wie eng der Zusammenhalt in der Mannschaft ist – ein wichtiger Faktor kurz vor dem Start in die neue Saison.
Am 8. August empfängt der 1. FC Magdeburg Eintracht Braunschweig zum Auftakt. Mit Reimann als Kapitän, den erfahrenen Stellvertretern und der Unterstützung der Fans will der Klub einen erfolgreichen Einstand feiern. Die Weichen dafür sind zumindest personell gestellt.



