Spanien steht im WM-Finale – Trump als Zuschauer
Die spanische Fußballnationalmannschaft steht im Finale der Weltmeisterschaft 2026. Das Team um Trainer Luis de la Fuente besiegte im Halbfinale den Turnierfavoriten Frankreich mit 2:1. Der Sieg sorgt nicht nur sportlich für Euphorie, sondern hat auch politische Brisanz: US-Präsident Donald Trump wird das Endspiel im Stadion verfolgen – und könnte den Spaniern den Pokal überreichen.
Trumps verbale Attacke auf Spanien
Erst vor wenigen Tagen hatte Trump die Spanier beim NATO-Gipfel als „schlechte Menschen“ bezeichnet. Grund war der Streit um Verteidigungsausgaben und die mangelnde Unterstützung Spaniens im Irankonflikt. Nun muss Trump zusehen, wie ausgerechnet sein Lieblingsfeind, Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, triumphiert. „Allein die Anwesenheit Trumps im Stadion wird für Sánchez eine Genugtuung sein“, kommentierte ein Diplomat.
Pokalübergabe als diplomatischer Coup
Sollte Trump gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino den siegreichen Spaniern die Trophäe überreichen, wäre das für Madrid ein größerer Erfolg als jede diplomatische Note. Die spanischen Medien feiern den Halbfinalsieg bereits als historisch: „Eine Gemeinschaftsleistung, die das Land eint“, schrieb die Zeitung El País. Internationale Blätter überschlagen sich mit Lob für den Außenseiter, der den Turnierfavoriten Frankreich ausgeschaltet hat.
Rassismusdebatte vor dem Spiel
Vor dem Halbfinale hatte eine Äußerung des konservativen Ex-Premierministers Mariano Rajoy für Aufsehen gesorgt. Er bezeichnete die französische Nationalmannschaft als „einen Kader auf höchstem Niveau. Allerdings ohne Franzosen.“ Mehrere Minister und auch Sánchez selbst griffen Rajoy scharf an. „Möge der Beste gewinnen und der Rassismus verlieren“, konterte der Regierungschef. Die Debatte entlud sich im typisch spanischen Grabenkampf zwischen den politischen Lagern.
Patriotismus nach dem Sieg
Am Dienstagabend wich die politische Polemik einem stolzen Patriotismus. Die spanischen Zeitungen überboten sich mit Superlativen. „Wir sind im Finale – und Trump muss zusehen“, titelte die konservative ABC. Das Endspiel findet am Sonntag statt. Für Spanien ist es die erste WM-Finalteilnahme seit 2010, als das Team in Südafrika Weltmeister wurde.



