Europameister Spanien hat als erste Mannschaft das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erreicht. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente besiegte den Vize-Weltmeister Frankreich im Halbfinale von Dallas mit 2:0 (1:0) und ließ dem hoch gehandelten Star-Ensemble um Kylian Mbappé nicht den Hauch einer Chance. Im Endspiel am Sonntag in New York trifft Spanien entweder auf Titelverteidiger Argentinien oder England.
Frühe Führung und eiskalte Defensive
Bereits in der 22. Minute brachte Mikel Oyarzabal die Spanier per Foulelfmeter in Führung. Den Strafstoß hatte der 19-jährige Lamine Yamal herausgeholt, nachdem Lucas Digne ihn an der Strafraumgrenze gefoult hatte. Für Oyarzabal war es der fünfte Turniertreffer. Pedro Porro erhöhte in der 58. Minute nach Vorarbeit von Dani Olmo auf 2:0 und sorgte damit für die Entscheidung.
Die spanische Defensive, die im gesamten Turnier erst ein Gegentor kassiert hatte, präsentierte sich erneut nahezu undurchdringlich. Frankreich kam trotz des hoch gelobten Sturm-Trios aus Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé zu keiner einzigen nennenswerten Torchance. Selbst als sich in der Schlussphase eine Lücke auftat, war Spaniens Torhüter Unai Simón zur Stelle.
Frankreichs bittere Niederlage am Nationalfeiertag
Für Frankreich platzte der Traum vom dritten Finaleinzug in Folge ausgerechnet am französischen Nationalfeiertag. Trainer Didier Deschamps, der mit seinem 26. WM-Spiel den bisherigen Rekordtrainer Helmut Schön überholt hatte, übergibt die Équipe Tricolore nach 14 Jahren ohne den erhofften Titel an seinen Nachfolger Zinédine Zidane.
Vor der Partie hatte Deschamps die Favoritenrolle Spanien zugeschoben: „Ich will ihn nicht unter Druck setzen, aber die Erwartungen an Spanien sind hoch.“ Yamal konterte: „Wenn jemand Angst haben sollte, dann sie.“ Die Spanier ließen Taten folgen und zeigten sich von den Psychospielchen unbeeindruckt.
Verletzungsschock und Dominanz
Ein Wermutstropfen für Spanien war die Verletzung von Außenverteidiger William Saliba, der sich nach einer halben Stunde ohne Gegnereinwirkung verletzte und ausgewechselt werden musste. Dennoch kontrollierten die Spanier das Spielgeschehen vor 70.176 Zuschauern, kombinierten sich immer wieder durchs Mittelfeld und kamen zu weiteren Chancen. Bayern-Star Dayot Upamecano rettete in der 38. Minute in höchster Not gegen Fabian Ruiz.
Im zweiten Durchgang das gleiche Bild: Frankreich mühte sich, fand aber keine Lösungen. Die Schlussoffensive blieb unbelohnt. Spanien steht nun verdient im Finale und kann am Sonntag den zweiten WM-Titel nach 2010 holen. Lamine Yamal könnte mit dann 19 Jahren und sechs Tagen zum jüngsten Spieler werden, der Europa- und Weltmeistertitel vereinigt.



