Tour de France: Pogacar gewinnt 10. Etappe – Lipowitz Vierter
Tour de France: Pogacar gewinnt 10. Etappe – Lipowitz Vierter

Tadej Pogacar hat die zehnte Etappe der Tour de France am französischen Nationalfeiertag gewonnen und damit seine Dominanz eindrucksvoll unterstrichen. Der slowenische Weltmeister setzte sich auf dem 166,6 Kilometer langen Teilstück von Aurillac nach Le Lioran mit einer explosiven Attacke am vorletzten Anstieg von der Konkurrenz ab und fuhr als Solist ins Ziel. Mit diesem Sieg baute Pogacar seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus und steuert unbeirrt auf seinen fünften Tour-Gesamtsieg zu.

Pogacars Alleingang im Zentralmassiv

Die Etappe führte durch das anspruchsvolle Zentralmassiv mit sieben Bergwertungen und rund 3.800 Höhenmetern. Pogacar attackierte 15 Kilometer vor dem Ziel am Col de Pertus, einem Berg der ersten Kategorie, und ließ seine Rivalen stehen. Keiner der anderen Favoriten konnte dem Tempo des 27-Jährigen folgen. Im Ziel hatte Pogacar gut eine halbe Minute Vorsprung auf den Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel und den französischen Jungstar Paul Seixas. Für Pogacar war es bereits der dritte Etappensieg bei der Tour 2026 und der 24. seiner Karriere. Damit rückt er in der Rekordliste nahe an den viertplatzierten André Leducq (Frankreich/25 Siege) heran. Die meisten Tour-Etappen hat Ex-Weltmeister Mark Cavendish (Großbritannien/35) gewonnen.

Lipowitz stark als Vierter – Vingegaard geschlagen

Florian Lipowitz präsentierte sich in starker Form und erreichte als Vierter das Ziel mit 34 Sekunden Rückstand. Der Deutsche konnte dem Tempo von Pogacar nicht folgen, landete aber vor dem zweimaligen Tour-Champion Jonas Vingegaard. Lipowitz hatte zwischenzeitlich sogar seinen Co-Kapitän Remco Evenepoel abhängen können, doch der Belgier kämpfte sich zurück. In der Gesamtwertung ist Lipowitz nun Sechster. „Es war ein superhartes Rennen. Das Team hat einen super Job gemacht. Die Beine waren gut nach dem Ruhetag. Wenn Pogacar losfährt, haben wir nicht die Beine, um zu folgen. Pogacar war einfach zu stark“, sagte Lipowitz in der ARD. „Bei mir hat es nicht ganz mit dem Podium gereicht, aber wir können super happy sein. Wir sind auf gutem Kurs in der zweiten Woche. Die Form passt. Mit Remco und mir schaut es Richtung Podium gut aus.“

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Vingegaard hadert – Rücktrittsgedanken geäußert

Jonas Vingegaard hatte gehofft, Pogacar in Le Lioran erneut schlagen zu können, wie 2024, als er dem Slowenen eine der wenigen Niederlagen zufügte. Doch dieses Mal zeigte Pogacar keine Schwächen. Für Vingegaard dürfte es wohl auch in diesem Jahr nur um Platz zwei hinter dem Slowenen gehen, es wäre das vierte Mal nach 2021, 2024 und 2025. Vor der zehnten Etappe hatte der Giro-Champion in einem Interview beim dänischen Sender TV2 über Rücktrittsgedanken berichtet. „Ich habe letztes Jahr gesagt: Wenn es so weitergehen soll, dann kann ich das nicht mehr machen. Deshalb haben wir auch einige Dinge geändert. Ich glaube, auch das Team hat erkannt, wie die Lage war. Sie haben mir angemerkt, dass ich im letzten Jahr nicht glücklich war“, sagte der 29-Jährige. Sein Visma-Team habe akzeptiert, dass Dinge hätten geändert werden müssen, so Vingegaard. „Und genau das haben wir getan.“ Es sei nicht ideal, jedes Jahr das Gleiche zu machen.

Ausreißer ohne Chance – Sprinter im Fokus

Bei Temperaturen von erneut über 30 Grad hatte sich zunächst eine größere Gruppe, darunter auch der letztjährige Mont-Ventoux-Sieger Valentin Paret-Peintre, vom Feld abgesetzt. Speziell die Franzosen legten sich am Nationalfeiertag ins Zeug, aber Pogacar und sein Team ließen nicht mehr als zwei Minuten Vorsprung zu. Als letzter Ausreißer wurde der Spanier Javier Romo 38 Kilometer vor Schluss geschluckt. Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz versuchte es ebenfalls, fuhr sogar eine Minute Vorsprung heraus, doch beim Angriff von Pogacar schmolzen die Sekunden in der Hitze der Auvergne dahin. Am Mittwoch dürfen wieder die Sprinter auf eine Massenankunft hoffen. Über 161,3 Kilometer geht es von Vichy nach Nevers fast ausschließlich über flaches Terrain mit lediglich zwei Bergwertungen der vierten Kategorie.

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