Trainings-Ärger bei Carl Zeiss Jena: Reddemann auf der Bank
Trainings-Ärger bei Carl Zeiss Jena: Reddemann auf der Bank

Das große Thema nach dem glücklichen Auswärtssieg des FC Carl Zeiss Jena beim SV Babelsberg war die überraschende Bank-Nominierung von Abwehrchef Sören Reddemann. Trainer Marco Grote hatte den 30-Jährigen aus der Startelf gestrichen, ohne zunächst konkrete Gründe zu nennen. Der Spieler selbst verwies auf den Coach: „Das müssen Sie den Trainer fragen!“

Grote hielt sich ebenso bedeckt. „Es gibt Themen innerhalb eines Vereins, einer Mannschaft – auch im direkten Umgang – wo man schauen muss, wie man das macht“, sagte der 53-Jährige nach dem Spiel. Genauere Angaben zur Personalie machte er zunächst nicht, erst später wurde bekannt, was hinter der Entscheidung steckte.

Interne Vorgänge: Unpünktlichkeit und ein versäumtes Training

Wie die BILD erfuhr, soll Reddemann mehrfach zu spät zum Training gekommen sein und bei einer Einheit sogar komplett gefehlt haben. Gerade diese Unzuverlässigkeit dürfte Grote veranlasst haben, den Abwehrchef für die Partie in Babelsberg nicht zu berücksichtigen. Nach der Rückkehr der Mannschaft nach Jena suchte der Trainer den direkten Dialog.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

„Es geht um Werte, die wir leben wollen. Wir haben uns zusammengesetzt, darüber gesprochen und die Sache ist erledigt“, sagte Grote. Er ergänzte: „Es ging um Absprachen und deren Einhaltungen.“ Aus den Andeutungen des Trainers wird klar, dass es ihm nicht nur um die konkreten Vorfälle geht, sondern um ein generelles Verständnis von Disziplin und Verantwortung innerhalb der Mannschaft.

Reddemann selbst wähnte sein Fehlen offenbar vorab besprochen zu haben. Der Trainer jedoch stellte die Absprache offenbar anders dar. Ein klassischer Fall unterschiedlicher Wahrnehmungen, der letztlich auf dem Platz ausgetragen wurde.

Die sportliche Dimension: Eine Halbzeit ohne Ordnung

Dass die Entscheidung sportlich zunächst keine gute war, zeigte sich in der ersten Halbzeit deutlich. Der FC Carl Zeiss Jena geriet immer wieder unter Druck, die Abwehr wirkte ohne ihren Chef unruhig und anfällig für Tempogegenstöße. Babelsberg kombinierte sich mehrfach gefahrvoll in die Schnittstellen der Jenaer Hintermannschaft, doch die Gastgeber ließen die notwendige Kaltschnäuzigkeit vermissen.

Erst mit Reddemanns Einwechslung zur Pause veränderte sich das Bild. Der 30-Jährige stabilisierte die Defensive, gewann wichtige Zweikämpfe und gab den Nebenleuten Orientierung. Auch im Spielaufbau sorgte er für mehr Ruhe am Ball. Innerhalb weniger Minuten gewann die Mannschaft ihre Struktur zurück – und konnte die Partie am Ende für sich entscheiden.

Eine klare Ansage des Trainers

Grote machte in seinen Aussagen deutlich, dass er bestimmte Verhaltensweisen nicht akzeptiert. Werte und das Halten von Absprachen sind für ihn keine leeren Floskeln, sondern die Grundlage für ein funktionierendes Teamgefüge. Die öffentliche Aussprache sollte wohl auch ein Signal an die gesamte Mannschaft sein: Wer die internen Regeln missachtet, muss mit Konsequenzen rechnen.

Reddemann selbst wollte sich zu seinen Versäumnissen nicht äußern. Das mag einerseits als fehlende Einsicht interpretiert werden, andererseits als Zeichen von Professionalität, da er die Sache nicht öffentlich aufrollen wollte. In einem Punkt sind sich alle Beteiligten einig: Die Sache ist bereinigt, das Kapitel abgeschlossen.

Ausblick: Startelf-Comeback gegen Stahnsdorf?

Bereits am Dienstag (19 Uhr) wartet das nächste Spiel auf den FC Carl Zeiss Jena. Gegner ist der FC Stahnsdorf. Ob Reddemann dann wieder von Beginn an aufläuft, ließ Grote offen – er wollte sich nicht in die Karten schauen lassen. In der Vereinsumgebung wird jedoch erwartet, dass der Abwehrchef zurückkehrt. Schließlich hat er mit seiner Einwechslung in Babelsberg einen wichtigen Beitrag zur Wende geleistet.

Die Vorfälle der vergangenen Tage sind für die Mannschaft eine Lehre, dass auch abseits des Platzes höchste Konzentration gefordert ist. Ein Trainer wie Grote wird genau darauf achten, dass die Werte, die er einfordert, eingehalten werden. Reddemann hat die Chance, die Situation mit guten Leistungen endgültig hinter sich zu lassen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Insgesamt bleibt festzuhalten: Der FC Carl Zeiss Jena kann mit dem Ergebnis der Aussprache zufrieden sein. Die interne Angelegenheit ist geregelt, und der Fokus liegt wieder voll auf dem Sport. Die Fans dürfen gespannt sein, ob Reddemann am Dienstag tatsächlich wieder in der Startelf steht.