Die Tourismusbetreiber in der Sächsischen Schweiz zeigen sich trotz der schweren Unwetterschäden in Rathen zuversichtlich für die laufende Hochsaison. 'Es gibt lokale Einschränkungen, aber die beeinträchtigen nicht das Urlaubserlebnis', erklärte Tino Richter, Chef des Tourismusverbandes der Region, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nur sehr wenige touristische Einrichtungen seien von den Zerstörungen betroffen.
Nur drei touristische Ziele betroffen
Neben der 'Wanderrast am Amselsee' sind nach Angaben des Verbandes lediglich die Felsenbühne Rathen und die Waltersdorfer Mühle in Mitleidenschaft gezogen worden. 'Alle anderen Tourismusbetriebe und die vielen Gastgeber im Bereich Kurort Rathen und in der gesamten Sächsischen Schweiz sind jetzt in der touristischen Hochsaison ohne Einschränkungen für die Gäste der Region da', betonte Richter. Die meisten Wanderwege, Aussichtspunkte und Gastronomiebetriebe seien frei zugänglich und sicher.
Felsenbühne Rathen sucht Ausweichspielstätten
In der Felsenbühne Rathen ist bis auf Weiteres kein Spielbetrieb möglich. Umstürzende Bäume hatten am Freitagabend während des schweren Sturms den Zuschauer- und Bühnenbereich des beliebten Freilufttheaters getroffen. 'Derzeit läuft die Suche nach Ausweichspielstätten', sagte Marketingleiter Steffen Wollmerstädt. Die Landesbühnen haben bis einschließlich Mittwoch alle Vorstellungen abgesagt. Für Donnerstag und Freitag sind Aufführungen von 'Im Weißen Rössl' und 'Rotkäppchen' geplant, die hoffentlich an anderen Orten stattfinden können. 'Als Reisetheater sind wir es gewohnt, auswärts zu spielen', fügte Wollmerstädt hinzu.
Spendenaktion der Köchin Verena Leister überwältigend
Die Fernseh- und Eventköchin Verena Leister, deren Imbiss am Amselsee zerstört wurde, hat innerhalb von nur 24 Stunden rund 200.000 Euro an Spenden gesammelt. 'Wir sind völlig überwältigt', sagte Leister und bedankte sich in einem Instagram-Post. Da das Spendenziel erreicht wurde, ist der Spendenlink für die Wanderrast inzwischen geschlossen worden. Leister bittet nun um Unterstützung für den Kurort Rathen: 'Wenn ihr trotzdem noch helfen möchtet, könnt ihr eure Spende an die Gemeinde richten. Dort wird das Geld für weitere vom Ereignis betroffene Bereiche eingesetzt – beispielsweise für die Bergwacht, deren Gebäude beschädigt wurde, oder den Feuerwehrverein, der während des gesamten Einsatzes die Einsatzkräfte auf eigene Kosten mit Essen und Getränken versorgt hat.' Der Kurort Rathen hat auf seiner Internetseite einen eigenen Spendenaufruf veröffentlicht.
Tourismusbranche hofft auf baldige Entwarnung
Die Tourismusbranche setzt nun auf eine schnelle Normalisierung der Lage. Bislang haben sich nur wenige Gäste mit Fragen zur Situation gemeldet, so Verbandschef Richter. Die Aufräumarbeiten in dem betroffenen Waldstück dauern an, die Dauer ist unklar. Das Gebiet ist aus Sicherheitsgründen abgesperrt – betroffen sind das unmittelbare Schadensgebiet rund um Rathen, der Amselgrund und Teile des Polenztals. 'Alle anderen Wandergebiete, Aussichtspunkte und touristischen Angebote der Region sind absolut sicher und für Gäste ohne jegliche Einschränkungen nutzbar', hieß es.
Bastei erreichbar, aber nicht direkt aus Rathen
Auch die Bastei, der bekannteste Aussichtsfelsen des Elbsandsteingebirges, ist weiterhin zugänglich. 'Man kann die Bastei besuchen. Man muss nur andere Wege gehen, kann nicht direkt von Rathen aus hochlaufen', erklärte Richter. Unterhalb der Bastei hatte sich das Unwetter am Freitagabend ereignet, bei dem ein 38-jähriger Mann ums Leben kam und mehrere Menschen verletzt wurden. Sturm, Hagel und Starkregen hatten binnen Minuten ein Bild der Verwüstung hinterlassen.



