Nach einer enttäuschenden Premier-League-Premiere mit nur fünf Toren in seiner ersten Saison soll Florian Wirtz beim FC Liverpool eine neue Chance bekommen. Der neue Trainer Andoni Iraola hat einen klaren Plan: Der 23-jährige DFB-Star soll wieder auf der Position hinter dem Stürmer spielen – jener Rolle, in der er einst bei Bayer Leverkusen zu einem der besten Offensivspieler Europas wurde.
Neuer Trainer, neue Rolle: Wirtz als zentraler Angreifer
Andoni Iraola, der im Sommer den Posten von Arne Slot übernommen hat, machte bei einer Pressekonferenz deutlich, dass er Wirtz in der Mitte des Feldes sieht. „Ich sehe ihn eher auf der Position hinter dem Stürmer“, sagte der 44-jährige Spanier. „Wir wissen, dass er für Deutschland auch eher auf der linken Seite zum Einsatz kam, aber wir werden zunächst damit beginnen, mit ihm auf dieser zentralen Position zu arbeiten.“ Iraola betonte außerdem: „Wir wissen, was er uns geben kann. Ich glaube, er passt sehr gut zu unserem Spielsystem.“
Diese Ansage dürfte Wirtz gefallen, denn die zentrale Rolle war einer der Hauptgründe für seinen Wechsel auf die Insel. Im Sommer 2025 zahlte Liverpool rund 150 Millionen Euro an Bayer Leverkusen, um den damals 22-Jährigen zu verpflichten. Doch unter Arne Slot kam Wirtz häufig auf dem linken Flügel zum Einsatz – auch in der Nationalmannschaft läuft er dort regelmäßig auf. Das führte in seiner ersten Premier-League-Saison zu einer ernüchternden Ausbeute: Nur fünf Tore gelangen dem Offensivspieler in der englischen Liga.
Die Vorgeschichte: Ein Wechsel mit Hindernissen
Wirtz war im Sommer 2025 als einer der begehrtesten Spieler Europas nach Liverpool gewechselt. Bei den Reds sollte er die Nachfolge von Jürgen Klopps Offensivkunst antreten, doch die erhoffte Wirkung blieb zunächst aus. Nach dem bitteren Aus mit der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 verbrachte Wirtz seinen Urlaub in den USA und stieß direkt zur Liverpool-Mannschaft, die derzeit durch Nordamerika tourt. Dort kam es zum ersten persönlichen Kontakt mit dem neuen Trainer Andoni Iraola.
Der Spanier zeigte sich nach den ersten Trainingseinheiten beeindruckt: „Er ist ein ziemlich kompletter Spieler“, schwärmte Iraola. „Ich habe in den ersten Trainingstagen gesehen, dass er auch mental gut drauf ist.“ Diese Aussage dürfte Wirtz Auftrieb geben, denn die vergangenen Monate waren nicht einfach: Die hohen Erwartungen, die mit seiner Rekordablöse verbunden waren, konnte er nicht erfüllen. Die Kritik von Fans und Experten an seiner Form wurde immer lauter.
Wirtz' Stärken: Die erfolgreiche Leverkusen-Zeit
Dass Wirtz sein Potenzial abrufen kann, hat er in seiner Zeit bei Bayer Leverkusen eindrucksvoll bewiesen. Als klassischer Zehner führte er die Werkself zum Double in der Saison 2023/2024, bestimmte Tempo und Richtung des Spiels und wurde zu einem der gefährlichsten Offensivspieler der Bundesliga. Seine Dribblings, seine Übersicht und sein Abschluss machten ihn zum Albtraum für jede Abwehr.
Über die optimale Position des gebürtigen Pulheimer wurde seit seinem Wechsel immer wieder diskutiert. Wirtz selbst hat stets betont: „Auf der Zehnerposition spiele ich am besten.“ Diese Aussage hatte er kurz nach seinem Transfer zu Liverpool getätigt. Nun scheint der Verein den Wunsch des Spielers endlich erfüllen zu wollen. Es wird spannend zu beobachten, ob Iraola das Versprechen einhalten kann.
Der Start in die neue Saison: Wird Wirtz seine Rolle bekommen?
Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit läuft bereits. Am 23. August startet Liverpool mit einem Heimspiel gegen Newcastle United in die Premier-League-Saison. Bis dahin will Iraola das System eingeschliffen haben, in dem Wirtz im Zentrum zwischen den Linien agieren soll. Ob der 23-Jährige tatsächlich seine alte Form wiederfindet, wird sich dann zeigen.
Die Zeichen stehen zumindest gut: Iraola verfolgt einen offensiven Spielstil, der auf Ballbesitz und schnelle Vertikalität ausgelegt ist. Genau in diesem Umfeld blühte Wirtz einst auf. Die Verantwortlichen in Liverpool hoffen, dass der Deutsche endlich das Potenzial abruft, für das sie 150 Millionen Euro in die Hand genommen haben. Sollte die Rückkehr auf die Zehn gelingen, könnte Wirtz nicht nur für Liverpool, sondern auch für die Nationalmannschaft wieder zum entscheidenden Faktor werden – denn auch dort wird er dringend als Führungsspieler gebraucht.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Iraolas Plan aufgeht. Fest steht: Der Druck auf Wirtz ist groß, doch der neue Trainer steht ihm offenbar zur Seite. Mit seinem klaren Bekenntnis zur zentralen Rolle sendet Iraola ein Signal an den Spieler – und an die gesamte Fußballwelt.



