Die Fußball-Weltmeisterschaft ist zu einem Monstrum geworden, das Fans und Spieler gleichermaßen erschöpft. In einem Kommentar für den SPIEGEL schlägt Daniel Raecke eine radikale Reform vor: Die WM sollte größer und gleichzeitig kürzer werden.
Mehr Teams, weniger Spiele
Raecke argumentiert, dass die aktuelle Form der WM mit 32 oder künftig 48 Teams und einer langen Gruppenphase ineffizient und ermüdend sei. Stattdessen plädiert er für ein Turnier mit mehr Teilnehmern, aber ohne Gruppenphase. „Die Gruppenphase ist langweilig und vorhersehbar“, schreibt er. „Viele Spiele haben keine sportliche Relevanz, weil die besten Teams sich ohnehin durchsetzen.“
Vorbild Wimbledon
Als Vorbild nennt Raecke das Tennisturnier von Wimbledon, das mit einem einfachen K.o.-System auskommt. „Wimbledon zeigt, wie ein großes Turnier spannend und effizient sein kann“, so der Kommentator. „Jedes Spiel ist entscheidend, es gibt keine Ausweichmöglichkeiten.“
Praktische Umsetzung
Konkret schlägt Raecke vor, die WM auf 64 Teams zu erweitern, aber die Gruppenphase komplett zu streichen. Stattdessen würde das Turnier mit einer K.o.-Runde beginnen, die in einer Woche ausgetragen werden könnte. „Das würde die WM auf drei Wochen verkürzen und die Belastung für Spieler reduzieren“, rechnet er vor. „Zudem würden mehr Länder die Chance bekommen, an der WM teilzunehmen, was den globalen Fußball fördert.“
Kritik und Gegenargumente
Kritiker könnten einwenden, dass eine K.o.-WM ohne Gruppenphase die Chance auf Überraschungen verringert. Raecke entgegnet: „Gerade im K.o.-System gibt es mehr Überraschungen, weil jedes Spiel alles oder nichts bedeutet. Die Gruppenphase hingegen produziert oft langweilige Spiele, bei denen sich Teams einigen.“
Fazit
Raecke schließt mit der Hoffnung, dass der Fußball-Weltverband FIFA sich von veralteten Strukturen löst. „Die WM braucht eine Reform, die sie wieder zu einem Fest des Fußballs macht – größer, kürzer und intensiver.“



