Überraschende Niederlage für Malaika Mihambo bei deutschen Meisterschaften
Mihambo verliert überraschend bei deutschen Meisterschaften

Zwei Wochen vor den Europameisterschaften in Birmingham erlebte Malaika Mihambo bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Wattenscheid eine seltene Niederlage. Die zweimalige Weltmeisterin und Olympiasiegerin musste sich mit 6,63 Metern aus dem ersten Versuch geschlagen geben und landete auf Platz zwei hinter Mikaelle Assani, die mit 6,67 Metern siegte. Der böige Wind im Lohrheidestadion machte allen Athleten zu schaffen, doch Assani kam besser mit den schwierigen Verhältnissen zurecht.

Mihambo hadert mit Wind und eigener Leistung

„Der Wind war nicht auf meiner Seite, aber es ist in Ordnung“, sagte Mihambo nach dem Wettkampf gefasst. Sie spürte noch die Anstrengungen des vorherigen Wettkampfs in London, wo sie erstmals in dieser Saison die Sieben-Meter-Marke übertroffen hatte. Bei einigen Versuchen mit starkem Gegenwind entschied sie sich, durchzulaufen, da der Absprungpunkt zu weit entfernt war. Im letzten Durchgang verschenkte sie sogar 44 Zentimeter beim Absprung. „Das ist schade, aber da kann man dann nichts machen“, ergänzte die Athletin des LC Olympiastützpunktes Heidelberg.

Assani feiert Sieg nach langer Verletzungspause

Mikaelle Assani zeigte sich über ihren Triumph höchst erstaunt. Die Karlsruherin hatte wegen einer Verletzung 15 Monate pausieren müssen. „Ich bin einfach unglaublich überrascht“, sagte die 24-Jährige. „Das ist schon so ein großes Geschenk, dass ich hier nach meiner Pause bei deutschen Meisterschaften starten darf. Mit dem Titel da rauszulaufen, das war nicht in meinem Kopf.“ Assani profitierte von einem guten zweiten und dritten Versuch, während Mihambo ihre Bestweite nur im ersten Durchgang erzielte.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Weitere Leistungsträger überzeugen in Bochum

Andere deutsche Topathleten nutzten die nationalen Meisterschaften als Standortbestimmung für die EM in Birmingham. Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry sicherte sich mit 19,04 Metern ihren dritten deutschen Meistertitel in Folge – eine Weite, die jedoch noch unter ihren Möglichkeiten liegt. Über 400 Meter Hürden unterbot Emil Agyekum eine jahrzehntealte Bestmarke. Der 27-Jährige vom SCC Berlin gewann in starken 47,65 Sekunden und brach damit den Meisterschaftsrekord von Harald Schmid aus dem Jahr 1985 (48,02 Sekunden). „Ich bin super drauf, hab' ein neues Level erreicht“, sagte Agyekum. Er hatte zuvor in 47,45 Sekunden den deutschen Rekord von Schmid nach fast 44 Jahren geknackt.

Starke Konkurrenz und Zuschauer beflügeln

Owe Fischer-Breiholz zeigte als Zweiter in 48,08 Sekunden ebenfalls eine starke Leistung vor 14.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion. „Ich habe gute Konkurrenz in Deutschland, das macht mich so stark“, stellte Agyekum fest. Sein Motto für die EM: „No limits – alles möglich.“ Auch über 200 Meter überzeugte Owen Ansah, der sich zum Abschluss in 20,13 Sekunden durchsetzte und bereits über 100 Meter triumphiert hatte. Der Wirbel um das Verfahren der Nationalen Anti Doping Agentur ließ ihn unbeeindruckt.

Weitere Siege und Überraschungen

Über 1.500 Meter gewann Rekordhalter Robert Farken unangefochten in 3:35,33 Minuten. Ex-Europameisterin Gesa Krause dominierte das 3.000-Meter-Hindernislauf und zeigte sich erleichtert: „Ich war lange nicht mehr so nervös. Ich wollte heute unbedingt gewinnen.“ Die bald 34-jährige Mutter einer Tochter sicherte sich souverän den Titel. Im Hammerwurf siegte WM-Zweiter Merlin Hummel mit 79,18 Metern – trotz zeitweisem Nieselregen, den er als EM-Test verbuchte. „Die 80 wäre schön gewesen, aber wir haben ja noch Birmingham“, sagte Hummel mit Blick auf die EM. „Natürlich geht's um die Medaillen. Ich würde lügen, wenn es nicht so wäre.“

Am ersten Tag hatte Weitspringer Simon Batz mit 8,29 Metern für eine der besten Leistungen gesorgt. Speerwerfer Julian Weber, der nach einer Lebensmittelvergiftung antrat, holte seinen sechsten Meistertitel in Folge und zog mit Olympiasieger Klaus Wolfermann gleich. Bei den Frauen siegte über 100 Meter Jolina Ernst, die 22-jährige Tochter der früheren Sprinterin Melanie Paschke, und beendete damit die Titelserie von Gina Lückenkemper, die aufgrund eines Zeckenbisses wochenlang ausgefallen war.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration