Oliver Zeidler hat bei der Ruder-Europameisterschaft in Belgrad die Goldmedaille im Einer gewonnen. Der 29-Jährige siegte mit einer Galavorstellung und ließ der internationalen Konkurrenz im Finale keine Chance. Bereits nach den ersten Schlägen setzte sich der Münchner an die Spitze des Feldes und steuerte einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen. Am Ende hatten die Verfolger einen deutlichen Rückstand auf den neuen Europameister. Mit dieser Leistung untermauerte er seinen Anspruch, die Nummer eins im internationalen Skullbereich zu sein.
Für Zeidler ist es nach 2022 der zweite EM-Titel. Der ehemalige Schwimmer, der 2017 zum Rudersport wechselte, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten Skuller der Welt entwickelt. Der Olympiasieger von Tokio und Bronzemedaillengewinner von Paris will im September bei der Weltmeisterschaft in Shanghai erneut angreifen. In Belgrad zeigte er sich in bestechender Form. Auch die schwierigen Windverhältnisse auf dem Sava-See brachten ihn nicht aus dem Rhythmus.
Zwölf Medaillen für den Deutschen Ruderverband
Die deutsche Mannschaft beendet die EM in der serbischen Hauptstadt mit insgesamt zwölf Medaillen. Nach Angaben des Deutschen Ruderverbands ist dies die höchste Ausbeute seit Jahren. Besonders erfreulich war die Breite des Erfolgs: Die Medaillen wurden in olympischen wie nicht-olympischen Bootsklassen gewonnen, auch die Pararuderer steuerten Podestplätze bei.
In vielen Finals waren deutsche Boote mehrfach vertreten, was die Tiefe des Kaders widerspiegelt. Die EM in Belgrad galt als Generalprobe für die Weltmeisterschaft – und sie ist geglückt. Die deutschen Athletinnen und Athleten haben sich in einer starken internationalen Konkurrenz behauptet und wertvolles Selbstvertrauen getankt.
Die Stimmung im deutschen Lager war nach dem letzten Finaltag entsprechend ausgelassen. Zwölf Medaillen sind eine Ansage an die Konkurrenz und ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Vom Nachwuchs bis zu den Olympiasiegern zeigte das Team Geschlossenheit und Kampfgeist. Die Regatta in Belgrad war für alle Beteiligten ein gelungenes Event, das den Athleten alles abverlangte.
Großboote überzeugen beim Formtest
Neben Zeidler wussten vor allem die Großboote zu überzeugen. Der Deutschland-Achter erreichte das Podium und zeigte im Vergleich zu den jüngsten Rennen eine deutliche Steigerung. Auch der Frauen-Vierer und der Doppelvierer der Männer erkämpften Edelmetall. Die Trainer werteten die Leistungen als Bestätigung der Trainingsarbeit der vergangenen Monate. Die jungen Ruderer im deutschen Team sammelten wertvolle Erfahrungen, die ihnen bei der WM zugutekommen dürften.
Die internationale Konkurrenz im Rudern ist stark, doch die deutschen Boote haben in Belgrad bewiesen, dass sie mit den Besten mithalten können. Diese Erkenntnis gibt Rückenwind für den weiteren Saisonverlauf. Die gezielte Vorbereitung auf die WM zahlt sich offenbar aus, denn auch die neugebildeten Mannschaftsboote fanden schnell zu ihrer Form. Die Ergebnisse bestätigen den eingeschlagenen Weg.
Die WM in Shanghai als Saisonhöhepunkt
Vom 21. bis 28. September findet die Ruder-Weltmeisterschaft im chinesischen Shanghai statt. Es ist die erste WM auf chinesischem Boden und gleichzeitig das wichtigste Ereignis des Ruderjahres. Der Deutsche Ruderverband blickt mit Zuversicht auf dieses Großereignis. Laut Verband ist die EM-Bilanz ein starkes Signal für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Boote.
Die Erwartungen an die Mannschaft sind nach den zwölf Medaillen von Belgrad gestiegen. Oliver Zeidler, der in Belgrad seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellte, wird auch in Shanghai zu den Favoriten gehören. Sein Trainerteam arbeitet bereits am Feinschliff, um die Form zum Saisonhöhepunkt abzurufen. Die Voraussetzungen dafür sind nach dieser EM so gut wie nie zuvor.
Das deutsche Team will in Shanghai an die erfolgreichen Tage von Belgrad anknüpfen und um weitere Medaillen kämpfen. Die Basis dafür ist gelegt, jetzt gilt es, die gewonnene Sicherheit in konkrete Leistungen umzusetzen. Die Konkurrenz ist gewarnt. Die Vorfreude auf die WM ist bei den deutschen Ruderern jedenfalls groß. Die EM-Erfolge haben den Teamgeist gestärkt und gezeigt, dass der Weg in die richtige Richtung führt. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung will Deutschland auch in Shanghai wieder ganz vorne mitspielen. Die Ruder-EM in Belgrad war damit ein voller Erfolg für den deutschen Nachwuchs und die erfahrenen Athleten gleichermaßen.



