Zeidler gewinnt EM-Gold mit Rekord und Achter holt Silber
Zeidler gewinnt EM-Gold mit Rekord und Achter holt Silber

Bei den Ruder-Europameisterschaften im italienischen Varese hat Oliver Zeidler seine überlegene Form eindrucksvoll untermauert. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mitteilte, gewann der 30-jährige Olympiasieger am Sonntag das Finale im Männer-Einer und stellte dabei mit einer Zeit von 6:36,39 Minuten einen neuen EM-Rekord auf. Schon im Halbfinale am Samstag hatte er mit 6:37,87 Minuten die bis dahin schnellste Zeit bei einer EM erzielt.

Der deutsche Spitzenruderer, der nach seinem EM-Verzicht im Vorjahr bei den Weltmeisterschaften Silber gewonnen hatte, ließ der Konkurrenz keine Chance. Titelverteidiger Yauheni Zalaty, der unter neutraler Flagge startete, wurde mit deutlichem Abstand Zweiter. Den dritten Platz belegte der Grieche Stefanos Ntousko, der im Vorjahr Weltmeister geworden war. Für Zeidler war es der insgesamt vierte EM-Titel nach 2019, 2021 und 2024.

Rekordfahrt als Ausrufezeichen

Dass Zeidler in Varese eine Bestmarke aufstellen würde, hatte sich bereits im Halbfinale angedeutet. Seine Zeit von 6:37,87 Minuten war zu diesem Zeitpunkt die schnellste jemals bei einer EM gefahrene Zeit. Im Finale verbesserte er sich um 1,48 Sekunden auf 6:36,39 Minuten – eine Ansage an die internationale Konkurrenz vor den Weltmeisterschaften in Amsterdam vom 24. bis 30. August. Vor allem die Fähigkeit, im entscheidenden Rennen noch einmal zuzulegen, dürfte die Rivalen beeindruckt haben.

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Deutschland-Achter holt Silber

Der Deutschland-Achter hat sich mit einer Silbermedaille aus einem schwierigen Saisonverlauf zurückgemeldet. Die Mannschaft, angeführt vom neuen Schlagmann Frederik Breuer, lieferte sich auf dem Lago di Varese ein packendes Duell mit Rumänien. Am Ende musste sich der deutsche Achter den rumänischen Ruderern knapp geschlagen geben, die damit den EM-Titel gewannen. Bronze ging an Gastgeber Italien.

Die Vorgeschichte war für den Achter nicht einfach gewesen. Bei den Weltcups in Sevilla und Luzern belegte das deutsche Boot jeweils den vierten Platz und verpasste damit das Podest nur knapp. Bei der Weltmeisterschaft 2025 in China schied der Achter bereits im Vorlauf aus. Der letzte internationale Erfolg des Flaggschiffs des deutschen Ruderns liegt zudem einige Zeit zurück: Seit dem EM-Titel 2020 hat der Achter keinen großen Wettbewerb mehr gewonnen. Umso wichtiger ist das Silber von Varese für das Selbstvertrauen der Crew und ihres neuen Schlagmanns.

Frauen-Achter ohne Medaille, Kress mit Silber

Weniger erfreulich verlief die EM für den deutschen Frauen-Achter. Im Finale setzte sich Rumänien durch, während das deutsche Boot im nur vier Boote umfassenden Feld den letzten Platz belegte. Damit bleibt der Frauen-Achter weiter hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Überzeugen konnte dagegen Fabio Kress. Der Ruderer gewann im nicht-olympischen Leichtgewichts-Männer-Einer die Silbermedaille – eine weitere gute Nachricht für den Deutschen Ruderverband (DRV), der am Ende mit Gold und zwei Silbermedaillen eine erfolgreiche Bilanz in Varese zog.

Briten und Niederländer fehlen in Varese

Bei der Einordnung der Ergebnisse darf allerdings nicht fehlen, dass zwei der stärksten Rudernationen Europas in Varese fehlten. Großbritannien und die Niederlande ließen die EM aus, um sich gezielt auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten. Diese finden vom 24. bis 30. August in Amsterdam statt. Bereits in wenigen Wochen wird sich zeigen, wie die deutschen Boote gegen die komplette europäische Spitze abschneiden.

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