Europas größter Chiphersteller Infineon hat im abgelaufenen Quartal einen Rekordumsatz erzielt und blickt so zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr wie lange nicht mehr. Vorstandschef Jochen Hanebeck kündigte am Mittwoch an, dass der Dax-Konzern seinen Wachstumskurs fortsetzt und für das am 30. September endende Geschäftsjahr Erlöse von 16,3 Milliarden Euro erwartet. Das entspricht einem Plus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Prognose erneut angehoben
Erst Anfang Mai hatte Hanebeck die Prognose angehoben und einen Umsatzanstieg von rund zehn Prozent in Aussicht gestellt, nachdem er zuvor nur von leicht höheren Erlösen gesprochen hatte. Die erneute Anhebung unterstreicht das gestiegene Vertrauen in die Geschäftsentwicklung. In den beiden vergangenen Geschäftsjahren war Europas größter Halbleiterhersteller noch geschrumpft, nun kehrt das Unternehmen auf den Wachstumspfad zurück.
KI-Rechenzentren als wichtigster Wachstumstreiber
„Unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren bleiben sehr gefragt und sind weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber“, sagte Hanebeck. Die Nachfrage nach effizienten Energiechips für Künstliche Intelligenz ist ungebrochen, und Kunden sichern sich die Produktionskapazitäten inzwischen Jahre im Voraus. Zudem sorgen weltweit steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für zusätzlichen Rückenwind.
Automobilsparte erholt sich
Auch im Automobilbereich ziehen die Aufträge laut Hanebeck spürbar an. Diese Entwicklung ist besonders bedeutsam, da die Autosparte rund die Hälfte des Umsatzes von Infineon ausmacht. Die Erholung in diesem Segment signalisiert eine breite Nachfragebasis und mindert die Abhängigkeit von einzelnen Märkten.
Mit dem Rekordumsatz und der angehobenen Prognose untermauert Infineon seine Position als führender Anbieter von Halbleiterlösungen für Energieeffizienz und Mobilität. Analysten sehen den Konzern gut aufgestellt, um vom anhaltenden KI-Boom und der fortschreitenden Elektrifizierung im Automobilsektor zu profitieren.



