Der Softwareentwickler Andreas Heidrich aus Kleinmachnow hat seine Wildtier-Warn-App erweitert. Seit Kurzem zeigt die Anwendung auch Nester des Eichenprozessionsspinners an und warnt Nutzer, wenn sie sich einem Nest nähern. Die App entstand ursprünglich, um Spaziergänger vor Wildschweinen zu schützen.
Von Wildschweinen zu Raupen
Heidrich, der in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) lebt, entwickelte die App zunächst aus persönlichem Bedarf. „Nach 18 Uhr kann es gut sein, dass man beim Spazieren ein Wildschwein trifft. Die sind in Kleinmachnow ein großes Thema“, erklärte er. Die App zeigte an, wo Wildschweine gesichtet wurden, und half ihm, abends sicher mit seinem Hund Gassi zu gehen.
Aufgrund vieler Anfragen von Nutzern erweiterte Heidrich die App um die Funktion zur Warnung vor Eichenprozessionsspinnern. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners können bei Kontakt starke allergische Reaktionen auslösen, da ihre Brennhaare das Gift Thaumetopoein enthalten. Besonders gefährdet sind Kinder und Haustiere.
Funktionsweise der App
Die App nutzt eine Kartenansicht, in der Nutzer gemeldete Nester des Eichenprozessionsspinners sehen können. Sobald man sich einem Nest nähert, gibt die App eine Warnung aus. Heidrich betont, dass die App auf Meldungen der Community angewiesen ist: „Jeder kann Nester melden, die dann nach Prüfung freigeschaltet werden.“
Die App ist kostenlos und sowohl für iOS als auch Android verfügbar. Sie soll nicht nur in Berlin und Brandenburg, sondern bundesweit funktionieren. Bisher liegen die meisten Meldungen jedoch aus dem Großraum Berlin vor.
Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner
Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Deutschland seit Jahren aus. Die Raupen leben in geselligen Nestern an Eichen und können bei Befall ganze Bäume kahl fressen. Für Menschen sind vor allem die feinen Brennhaare gefährlich, die sich leicht lösen und über die Luft verbreiten. Sie können Hautausschläge, Juckreiz und Atemwegsprobleme verursachen.
In Berlin und Brandenburg wurden in den letzten Jahren vermehrt Nester gemeldet, insbesondere in Parkanlagen und an Straßenrändern. Die Behörden bekämpfen die Raupen mit Absaugen oder Bioziden, doch die Meldungen über neue Nester nehmen zu.
Ausblick und weitere Pläne
Heidrich plant, die App weiter auszubauen. Zukünftig sollen auch andere Tiere wie Zecken oder Waschbären integriert werden. „Die App lebt von der Gemeinschaft. Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer werden die Warnungen“, so der Entwickler.



