Der 17-jährige Leipziger Indie-Rapper Yung Pepp, bürgerlich Pepe, hat sich innerhalb kurzer Zeit von einem Kinderzimmer-Produzenten zu einem gefragten Live-Act entwickelt. Seine Musik, eine Mischung aus Indie-Pop und Rap, spricht vor allem junge Menschen an, die mit Zukunftsängsten, politischen Krisen und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens kämpfen. Sein bekanntester Song „Wassereis“ wurde auf Spotify fast 1,5 Millionen Mal gestreamt.
Vom Kinderzimmer auf die Festivalbühnen
Im Januar 2024 spielte Yung Pepp seine erste Solo-Tour. Heute veröffentlicht er seine neue Single „Laut Sein (Immer)“, die zweite gleichnamige EP soll im August erscheinen. Im Sommer stehen 20 Festival-Shows an, darunter das heute beginnende „splash!“-Festival. Im Oktober geht er auf seine zweite Tour in diesem Jahr. Sein Weg begann im Corona-Lockdown, als er im Kinderzimmer erste Songs aufnahm und auf Social Media teilte.
Musik mit Botschaft
In seinen Texten verarbeitet Yung Pepp existenzielle Ängste. In „Laut Sein (Immer)“ rappt er: „Ja, ich bin noch nicht 18 und die Welt liegt schon in Trümmern.“ Hinzu kommen Themen wie Melancholie, die Freuden und Leiden des Erwachsenwerdens und eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus. „Ich sehe mich da auch als Vermittler, als Messenger, weil ich die Chance habe, dass ich eine Bühne habe und ich weiß, wie es vielen Jugendlichen geht“, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle das nutzen, „weil mir Leute zuhören und das nicht selbstverständlich ist.“
Durchbruch dank Social Media
Vor rund einem Jahr gelang Yung Pepp der Durchbruch über soziale Medien. Er kollaborierte mit seinem Vorbild Kid Kapri auf dem Song „Ganz oben“ und arbeitet seit Jahren mit Produzent Luka Bodzin alias „Florida Juicy“ zusammen. „Vor einem Jahr habe ich mit meinem iPhone ein Musikvideo gedreht und jetzt drehen wir eins mit Kameras, so groß wie ich sie noch nie gesehen habe“, so der Rapper. Im Vorprogramm von Kraftklub spielte er im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion vor über 30.000 Menschen – für ihn der bislang bedeutendste Moment seiner Karriere: „Die Leute, die du als Kind gehört hast, und jetzt bist du die Vorgruppe vor der Band – das ist schon krass. Ich kann es eigentlich gar nicht realisieren.“
Eigenregie statt Major-Label
Trotz des Erfolgs bleibt Yung Pepp bodenständig. Er verzichtet auf einen Vertrag mit einem Major-Label und veröffentlicht seine Musik in Eigenregie. Statt einer Entourage umgibt er sich mit Vertrauten. „Das ist voll wichtig, sehr wichtig auch für meine Eltern. Ich bin minderjährig. Sie sollen wissen, es sind coole Leute, mit denen ich da unterwegs bin.“ Er stammt aus einem musikalischen Elternhaus: Die Mutter ist Gesangspädagogin, der Vater in der Leipziger Rap-Szene bekannt. Bereits mit zwölf Jahren begann er Musik zu machen, mit 13 veröffentlichte er seine erste EP „13“.
Balance zwischen Schule und Karriere
Als Schüler muss Yung Pepp Schule, Bühne und Studio unter einen Hut bringen. „Mein Traum ist natürlich, dass ich irgendwann einfach sagen kann, ich bin Musiker, der davon lebt und dass das mein Beruf sein kann.“ Seine neue Single „Laut Sein (Immer)“ zeigt seine politisierte Seite: Der Song handelt von lautstarkem Protest gegen Rechtsextremismus und Rassismus – Themen, die ihn auch in seinem Leipziger Umfeld beschäftigen. „Ich schreibe einfach über das, was mich beschäftigt und was in meinem Kopf vorgeht. Und das sind eben diese Themen.“



