Die Zahl der erfassten IT-Sicherheitsvorfälle in der Landesverwaltung in Sachsen-Anhalt hat sich im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Wie das Ministerium für Infrastruktur und Digitales mitteilte, wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 30 IT-Sicherheitsvorfälle erfasst, nach 14 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Phishing und DDoS dominieren das Angriffsspektrum
Von den 30 gemeldeten Vorfällen entfielen 16 auf Phishing-Angriffe, zwei auf DDoS-Attacken und zwei auf Systemeinbrüche. Hinzu kamen neun Fälle von Diebstahl oder Verlust von IT-Hardware. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Zahl der IT-Sicherheitsvorfälle in der Landesverwaltung deutlich zugenommen, wobei Phishing und DDoS ebenfalls die häufigsten Angriffsarten waren.
Das Ministerium betonte, dass DDoS-Angriffe seit einigen Jahren besonders während der Ferienzeiten auftreten und sich zunehmend auch gegen Kommunen richten. Angreifer nutzten die Ferienzeit gezielt aus, da viele Beschäftigte nicht im Dienst seien und Behörden personell dünner besetzt seien.
Erhöhte Alarmbereitschaft in den Sommermonaten
Im vergangenen Sommer hatte eine Attacke der prorussischen Hackergruppe „NoName057(16)“ das Landesportal und mehrere Internetseiten von Ministerien zeitweise beeinträchtigt. Deshalb gelte in den Sommermonaten eine „erhöhte Alarmbereitschaft“. Phishing-Mails und betrügerische Anrufe würden durch neue Technologien immer professioneller und schwerer zu erkennen.
Die registrierten Vorfälle führten nach Angaben des Ministeriums bislang lediglich zu kurzzeitigen Einschränkungen oder Ausfällen von wenigen Stunden. Betroffen waren vor allem einzelne gestohlene Geräte sowie zeitweise die Erreichbarkeit von Internetauftritten nach DDoS-Angriffen.
LKA beobachtet neue Betrugsmaschen
Unabhängig davon registrierte auch das Landeskriminalamt (LKA) im ersten Halbjahr 2026 eine leichte Zunahme der Cybercrime-Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders häufig würden Privatleute beim Kauf oder Verkauf über Online-Plattformen betrogen. Ein hohes Fallaufkommen hätten außerdem Phishing-Angriffe, bei denen Kriminelle mit gefälschten E-Mails oder Nachrichten an Passwörter und andere sensible Daten gelangen wollten.
Bei Unternehmen verursachten nach Angaben des LKA vor allem Ransomware-Angriffe die größten Schäden. Dabei werden Daten verschlüsselt und erst gegen Lösegeld wieder freigegeben. Zudem beobachteten die Ermittler eine Zunahme von Fake-Shops, betrügerischen Stellenangeboten sowie Betrugsmaschen, bei denen Kriminelle zunehmend KI-generierte und täuschend echt wirkende Nachrichten einsetzen.



