Marokkos digitaler Überwachungsstaat: Insider enthüllen Pegasus-Einsatz
Marokkos digitaler Überwachungsstaat: Insider enthüllen

Insider widerlegen offizielle Dementis

Marokko bestreitet offiziell, die Spionagesoftware Pegasus gegen Aktivisten und Journalisten eingesetzt zu haben. Doch Insider des dortigen Geheimdienstes belegen nun das Gegenteil. Sie zeichnen das Bild eines Hightech-Überwachungsstaats, der die digitale „Monsterwaffe“ systematisch gegen unliebsame Kritiker einsetzt. König Mohammed VI. und sein Sicherheitsapparat regieren autoritär und repressiv, wie aus den Enthüllungen hervorgeht.

Pegasus als Instrument der Repression

Die von der israelischen Firma NSO Group entwickelte Software Pegasus ermöglicht es, Mobiltelefone vollständig zu übernehmen und Daten auszulesen. Nach Angaben der Insider wurde die Software in Marokko gezielt genutzt, um Regimekritiker, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten zu überwachen. Ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter erklärte: „Der Befehl kam direkt von oben. Wir hatten eine Liste mit Zielpersonen, die wir überwachen sollten.“ Die Opfer seien oft nicht nur ausspioniert, sondern auch erpresst oder eingeschüchtert worden.

Umfang der Überwachung

Laut den Insidern wurden allein im Jahr 2025 mehrere Hundert Personen mit Pegasus überwacht. Die Überwachung umfasste nicht nur Telefonate und Nachrichten, sondern auch Standortdaten und Kamera- sowie Mikrofonzugriff. „Es gab keine rechtliche Grundlage für diese Maßnahmen“, sagte ein anderer Informant. „Wir haben einfach gemacht, was uns gesagt wurde.“ Die Enthüllungen werfen ein neues Licht auf die repressive Politik Marokkos, das Menschenrechtsorganisationen immer wieder als „autoritären Staat“ kritisieren.

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Internationale Reaktionen

Die Enthüllungen haben international für Empörung gesorgt. Die EU forderte eine umfassende Aufklärung und drohte mit Sanktionen. Auch Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International verurteilten den Einsatz von Pegasus scharf. „Marokko missbraucht Hightech, um die Zivilgesellschaft zu unterdrücken“, sagte ein Sprecher von Amnesty. Die marokkanische Regierung wies die Vorwürfe erneut zurück und sprach von „Fake News“ und einer „Kampagne gegen das Königreich“.

Hintergrund: Marokkos Sicherheitsapparat

Der Sicherheitsapparat Marokkos gilt als einer der schlagkräftigsten in Nordafrika. König Mohammed VI. hat die Geheimdienste in den vergangenen Jahren massiv aufgerüstet und mit modernster Technologie ausgestattet. Kritiker werfen dem Monarchen vor, die Sicherheitsbehörden als Instrument zur Unterdrückung politischer Gegner zu nutzen. Die Pegasus-Affäre ist ein weiterer Beleg für diese These.

Ausblick: Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Enthüllungen könnten weitreichende Konsequenzen haben. Experten befürchten, dass andere autoritäre Regime ähnliche Methoden übernehmen könnten. „Pegasus ist eine Waffe, die Demokratien bedroht“, warnte ein Cybersicherheitsexperte. „Wir müssen dringend internationale Regeln für den Einsatz solcher Software schaffen.“ Für Marokko selbst könnte der Skandal zu einer weiteren Isolation führen. Bereits jetzt stehen die Beziehungen zur EU und zu den USA unter Druck.

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