Apple hat die App des Messaging-Dienstes Telegram wegen der Verbreitung von Kinderpornografie vorübergehend aus dem App Store für iPhones entfernt. Wie der Konzern mitteilte, wurde die App wieder zugelassen, nachdem Telegram die beanstandeten Inhalte gelöscht und den verantwortlichen Nutzer von der Plattform verbannt hatte. Der Vorfall ereignete sich am heutigen Tag und sorgte für Aufsehen in der Tech-Branche.
Hintergrund: Wiederholte Kontroversen um Telegram
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Kontroversen um Telegram. So wurde der Gründer Pawel Durow im Jahr 2024 in Frankreich festgenommen, weil Telegram nach Ansicht der Behörden nicht ausreichend gegen den Missbrauch durch Kriminelle vorgeht. Auch in Australien läuft ein Verfahren gegen Telegram: Die dortigen Behörden werfen dem Dienst vor, extremistische Beiträge nicht zu entdecken und zu entfernen.
Telegram spielt zudem eine wichtige Rolle im Ukraine-Konflikt, da beide Seiten über den Dienst Informationen zum Verlauf des russischen Angriffskrieges veröffentlichen. In Russland wurde Durow vergangene Woche auf eine Terroristen-Liste gesetzt. Hintergrund sind Behauptungen, dass Telegram von ukrainischen Geheimdiensten genutzt werde, um Kontakte zu Russen anzubahnen. Telegram ist in Russland zwar blockiert, kann aber über verschlüsselte VPN-Verbindungen genutzt werden, die den Aufenthaltsort der Nutzer verschleiern.
Reaktionen und Ausblick
Die kurze Sperrung zeigt, dass Apple bei Verstößen gegen seine Richtlinien konsequent handelt. Für Telegram ist es nicht der erste Vorfall dieser Art, und die wiederholten Kritikpunkte könnten langfristig das Vertrauen in den Dienst beeinträchtigen. Die App bleibt jedoch weiterhin verfügbar, und Nutzer können sie wie gewohnt herunterladen.



