Der eMobility Excellence Check 2026 der Lademarkt-Spezialisten Charging Radar und der Technologieberatung P3, präsentiert von BILD, hat die besten Anbieter und Apps zum Laden von Elektroautos ermittelt. Die gute Nachricht: Alle 20 getesteten Ladedienste schnitten mindestens mit „befriedigend“ ab, 17 davon mit „gut“. Testsieger bei den freien Anbietern ist der EnBW-Tarif „mobility+ Ladetarif M“, bei den Autoherstellern der „Porsche Charging Service Plus“ und bei den Roaming-Anbietern der „IONITY Motion“ Tarif.
Das Ladenetz wächst rasant
Seit dem letzten Test im Vorjahr ist die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland um 17 Prozent auf 206.207 gestiegen (Stand: 1. Juni 2026). Davon entfallen 53.292 auf Schnellladepunkte, die für Fernreisen essenziell sind. Im Juni 2026 waren rund 2,3 Millionen reine Elektroautos sowie 1,25 Millionen Plug-in-Hybride zugelassen – ein wachsender Kundenkreis für öffentlichen Ladestrom. Laut Charging Radar und P3 zeigt der Anstieg, dass die Infrastruktur zunehmend den Bedarf deckt.
Ladedienste der freien Anbieter
In dieser Kategorie wurden zwölf unabhängige Anbieter getestet. Den Testsieg erringt EnBW mit dem Tarif „mobility+ Ladetarif M“. Die Plätze zwei und drei belegen die EnBW-Tarife „mobility+ Ladetarif S“ und „Ladetarif L“ mit minimalen Preisunterschieden. Auf Rang vier folgt „EWE Go“, das zugleich als günstigster Tarif ausgezeichnet wird: Die durchschnittlichen Ladekosten über alle Fahrprofile hinweg betragen 798 Euro pro Jahr. Als Preis-Leistungs-Sieger werden mblty (810 Euro pro Jahr) und Vattenfall mit dem Tarif InCharge (853 Euro) hervorgehoben. Die Testsieger wurden anhand von Preis, Netzabdeckung, Bedienbarkeit und Funktionalität bewertet.
Ladedienste der Autohersteller
Unter den 17 herstellereigenen Ladediensten und Apps schneiden die ersten fünf mit „sehr gut“ ab. Testsieger ist der „Porsche Charging Service Plus“ mit durchschnittlichen Kosten von 695 Euro pro Jahr – er ist damit auch der günstigste Herstellertarif. Auf Platz zwei folgt der Smartphone-Dienst von BMW, während der Audi-Tarif Charging Pro als Preis-Leistungs-Sieger in dieser Kategorie ausgezeichnet wird. Die Autohersteller integrieren Ladedienste zunehmend in ihre Apps, um den Kunden ein nahtloses Erlebnis zu bieten.
Ladedienste mit begrenztem Roaming
Diese Anbieter betreiben eigene Netze, aber nur eingeschränkte Roaming-Möglichkeiten. Getestet wurden Fastned, IONITY und das Tesla-Supercharger-Netz. Den Testsieg erringt IONITY mit dem Tarif IONITY Motion. Tesla wurde nicht in die Gesamtwertung aufgenommen, da die App nur für Tesla-Fahrer zugänglich ist, obwohl sie in Kombination mit einem Tesla die höchste Punktzahl erreicht.
App-Bedienbarkeit und Funktionalität
Bei der Bedienbarkeit siegt die App von MAINGAU Autostrom unter den freien Anbietern. Bei den Autoherstellern erhält die Porsche-App die Auszeichnung, bei den Roaming-Anbietern IONITY. Die Funktionalität bewertet die BMW-App als beste – BMW hat in den letzten zwölf Monaten die Ladefunktionen überarbeitet und die App deutlich verbessert. MAINGAU und IONITY teilen sich ebenfalls den Titel für beste Funktionalität. Die Tesla-App erzielt in Kombination mit einem Tesla mehr Punkte, wird aber wegen des geschlossenen Nutzerkreises nicht prämiert. Wer einen Tesla fährt, ist mit der Tesla-App dennoch gut bedient.
Zusatzauszeichnungen
Drei Apps wurden für besondere Features geehrt: Allego für die einstellbare Ladestrommenge („Top Kostenkontrolle“), Octopus Electroverse für die Unterstützung von Abomodellen von IONITY und Shell („Top Innovation“) sowie EnBW und mblty für die Belohnung von Anbietertreue („Top Kundenbindung“). Diese Auszeichnungen zeigen, dass Anbieter zunehmend auf kundenorientierte Funktionen setzen.
Fazit
Die Suche nach dem passenden Ladeanbieter lohnt sich. Das öffentliche Ladenetz wird zusehends reifer, und die App-Landschaft bietet inzwischen durchweg gute bis sehr gute Alternativen. Laut Charging Radar und P3 ist die Wahl des Tarifs entscheidend für die Ladekosten. Den vollständigen Report mit allen Details gibt es bei BILD.



