Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben am Mittwoch einen neuen Prototyp der sogenannten „Haltestelle der Zukunft“ präsentiert. Das Modell ist mit Solarzellen, einem WLAN-Hotspot und einem Notrufknopf ausgestattet. Es soll künftig die rund 4500 alten Wartehäuschen in der Hauptstadt ersetzen. Ein erster Anlauf war 2019 gescheitert.
Früheres Projekt gescheitert
Bereits 2019 hatte das Abgeordnetenhaus beschlossen, die alten Wartehäuschen durch einheitliche „Grüne Hallen“ mit bepflanzten Dächern und Sonnenkollektoren zu ersetzen. Damals waren die Hallen von verschiedenen Herstellern gefertigt worden, ein einheitliches Design gab es nicht. 2024 war ein neues Modell namens „Kubus“ fertiggestellt worden, doch die Öffentlichkeit bekam es nie zu sehen. Die BVG hatte die Prototypen auf einem Betriebshof versteckt. Das Projekt galt als gescheitert, viel Geld war verbrannt worden.
Neuer Prototyp mit moderner Ausstattung
Der nun vorgestellte Prototyp setzt auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die Solarzellen auf dem Dach versorgen die Beleuchtung und den WLAN-Hotspot mit Strom. Ein Notrufknopf ermöglicht Fahrgästen, im Notfall direkt Hilfe zu rufen. Laut BVG-Sprecherin Petra Reetz ist das Modell „ein wichtiger Schritt hin zu einer modernen und sicheren Infrastruktur für den öffentlichen Nahverkehr“. Die genauen Kosten und ein Zeitplan für die flächendeckende Einführung wurden noch nicht genannt.
Reaktionen und Ausblick
Der Berliner Senat begrüßte die Entwicklung. Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) erklärte: „Die neue Haltestelle vereint Komfort, Sicherheit und Klimaschutz. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Modell die Zustimmung der Berlinerinnen und Berliner findet.“ Kritiker bemängeln jedoch, dass die BVG bereits viel Geld in gescheiterte Projekte investiert habe. Die BVG betont, aus den Fehlern gelernt zu haben und den neuen Prototyp nun gründlich zu testen, bevor eine Serienproduktion anläuft.



