Börsen-Profi warnt: MSCI World ist eine Mogelpackung für ETF-Sparer
MSCI World: Mogelpackung? Börsen-Profi warnt ETF-Sparer

Der MSCI World gilt als der Klassiker unter den ETFs und verspricht breite globale Streuung. Doch ein bekannter Börsen-Profi schlägt jetzt Alarm: Der Index sei eine gefährliche Mogelpackung, die Anleger in eine riskante Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen treibe. Statt der erhofften Sicherheit drohten massive Klumpenrisiken.

US-Tech-Riesen dominieren den Index

Wie der Experte in einem aktuellen Interview erklärt, ist der MSCI World keineswegs so breit gestreut, wie viele Sparer glauben. Die sieben größten US-Tech-Unternehmen – darunter Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet (Google), Meta (Facebook), Nvidia und Tesla – machen inzwischen rund 22 Prozent des gesamten Index aus. Das bedeutet: Wer in den MSCI World investiert, setzt faktisch massiv auf diese wenigen Konzerne. „Das ist keine globale Streuung mehr, sondern eine Wette auf die US-Tech-Blase“, warnt der Börsen-Profi.

Historische Renditen trügen

Die vermeintlich soliden Renditen der Vergangenheit seien vor allem auf den Höhenflug dieser Aktien zurückzuführen. Sollte es in diesem Sektor zu einer Korrektur kommen, würden Anleger mit einem MSCI-World-ETF überproportional verlieren. Der Experte verweist auf die Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende, als Technologiewerte einbrachen und den gesamten Index nach unten rissen. „Viele Sparer sind sich der Risiken nicht bewusst, weil sie nur auf die historischen Durchschnittsrenditen schauen“, so der Profi.

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Alternative: Breiter streuen mit Small Caps und Schwellenländern

Der Börsen-Profi empfiehlt Anlegern, ihr Portfolio wirklich global zu diversifizieren. Statt nur auf den MSCI World zu setzen, sollten sie auch Small-Cap-Aktien und Schwellenländer-ETFs beimischen. Diese seien weniger von den US-Tech-Giganten abhängig und böten oft höhere Wachstumschancen. Zudem rät er zu einer stärkeren Gewichtung europäischer und asiatischer Werte. „Ein ETF allein ist selten die optimale Lösung. Wer wirklich sicher gehen will, muss breiter streuen und regelmäßig umschichten“, betont der Experte.

Kosten und Steuern nicht vergessen

Ein weiterer Kritikpunkt des Börsen-Profis: Viele Anleger unterschätzen die laufenden Kosten von ETFs. Zwar seien die Gebühren im Vergleich zu aktiven Fonds niedrig, aber auf lange Sicht fraßen sie einen Teil der Rendite. Zudem weist er auf steuerliche Fallstricke hin: Bei thesaurierenden ETFs müsse man die Vorabpauschale zahlen, was die Nettorendite schmälere. „Anleger sollten sich vor dem Kauf genau informieren, welche Kosten auf sie zukommen“, so der Rat.

Fazit: MSCI World nicht verteufeln, aber kritisch hinterfragen

Trotz aller Kritik will der Börsen-Profi den MSCI World nicht grundsätzlich verteufeln. Für Anfänger sei er ein akzeptabler Einstieg in die Welt der ETFs. Allerdings sollten Sparer sich der Risiken bewusst sein und ihr Depot regelmäßig überprüfen. „Der MSCI World ist kein Selbstläufer. Wer ihn einfach nur bespart und nicht hinterfragt, geht ein unnötig hohes Risiko ein“, warnt der Experte abschließend.

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