Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX hat erstmals seit seinem Börsengang Quartalszahlen vorgelegt und damit die Erwartungen der Anleger verfehlt. Zwar konnte das Unternehmen dank seiner Satelliten-Tochter Starlink den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppeln, doch hohe Investitionen in die Künstliche-Intelligenz-Sparte belasten das Ergebnis deutlich. Die Aktie gab nachbörslich um acht Prozent nach und notierte zeitweise bei 214 US-Dollar.
Umsatzsprung dank Starlink
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte SpaceX einen Umsatz von 18,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 94 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 9,4 Milliarden Dollar. Haupttreiber war erneut die Satelliteninternet-Tochter Starlink, die mit 12,1 Milliarden Dollar mehr als zwei Drittel zum Konzernumsatz beitrug. Das entspricht einem Wachstum von 120 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Die Zahl der Starlink-Abonnenten stieg weltweit auf über zwölf Millionen, wie das Unternehmen mitteilte. Besonders in ländlichen Regionen und Schwellenländern verzeichnet der Dienst weiterhin starke Zuwächse. Auch im Geschäft mit Unternehmenskunden konnte Starlink zulegen und neue Partnerschaften mit Fluggesellschaften und Kreuzfahrtreedereien abschließen.
KI-Sparte bremst Ergebnis
Während das Raumfahrtgeschäft rund um Raketenstarts und das Starlink-Netzwerk profitabel wachsen, investiert SpaceX massiv in den Aufbau einer neuen KI-Sparte. Diese soll künftig Satellitendaten für maschinelles Lernen und autonome Systeme nutzbar machen. Die Investitionen in diesem Bereich beliefen sich im abgelaufenen Quartal auf 3,4 Milliarden Dollar – mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts.
Diese Ausgaben drückten den operativen Gewinn auf 1,8 Milliarden Dollar, ein Rückgang von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die operative Marge sank damit auf 9,9 Prozent nach 21,3 Prozent im Vorjahr. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,1 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von 15 Prozent entspricht.
Anleger reagieren enttäuscht
Die Zahlen fielen deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 19,5 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,10 Dollar gerechnet. Tatsächlich lag der Gewinn je Aktie bei 1,75 Dollar. Nachbörslich fiel die Aktie um acht Prozent auf 214 Dollar.
„SpaceX liefert beim Wachstum, aber die Margenentwicklung bereitet Sorgen“, kommentierte Analystin Laura Chen von der Investmentbank Morgan Stanley. „Die KI-Investitionen sind strategisch sinnvoll, werden aber mittelfristig den freien Cashflow belasten.“
Ausblick: KI-Investitionen sollen sich auszahlen
Das Unternehmen bekräftigte seinen Kurs, die KI-Sparte weiter auszubauen. „Wir sehen ein enormes Potenzial in der Kombination von Satellitendaten und künstlicher Intelligenz“, sagte Finanzvorstand Mark Thompson in einer Telefonkonferenz mit Analysten. „Die Investitionen werden sich in den kommenden Jahren auszahlen.“
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet SpaceX weiterhin einen Umsatz von rund 75 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Die Investitionsausgaben sollen auf 20 Milliarden Dollar steigen, wovon der Großteil in die KI-Sparte und den Ausbau des Starlink-Netzwerks fließen soll.
Starlink-IPO als nächster Schritt?
Spekulationen über einen möglichen Börsengang der Tochtergesellschaft Starlink bekamen durch die Zahlen neue Nahrung. Branchenbeobachter halten eine Abspaltung für wahrscheinlich, da Starlink inzwischen profitabel arbeitet und eine eigenständige Bewertung von bis zu 150 Milliarden Dollar erzielen könnte. SpaceX selbst wollte sich dazu nicht äußern.
Die Aktie von SpaceX notiert seit dem Börsengang im März 2026 an der Nasdaq. Der Ausgabepreis lag bei 180 Dollar. Seitdem schwankte der Kurs zwischen 190 und 260 Dollar. Mit einem Börsenwert von rund 420 Milliarden Dollar zählt SpaceX zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.



