Erstmals Zucker im Weltall entdeckt: Hinweis auf Ursprung des Lebens
Erstmals Zucker im Weltall entdeckt

Erstmals haben Wissenschaftler einen echten Zucker im interstellaren Raum nachgewiesen. Die Entdeckung von Erythrulose in einer riesigen Gas- und Staubwolke nahe dem Zentrum der Milchstraße könnte neue Hinweise auf den Ursprung des Lebens liefern. Zucker zählen zu den wichtigsten Molekülen des Lebens: Sie liefern Energie, dienen als Bausteine für Nukleinsäuren wie RNA und DNA und übernehmen zahlreiche biologische Aufgaben.

Spektakulärer Fund in der Milchstraße

Bislang hatten Forscher Zucker zwar in Meteoriten und auf Asteroiden gefunden, doch es war unklar, ob diese Stoffe bereits im interstellaren Raum entstanden oder sich erst später bildeten. Der jetzt entdeckte Zucker Erythrulose liefert erstmals einen direkten Hinweis darauf, dass solche Moleküle schon zwischen den Sternen existieren. Gefunden wurde Erythrulose in einer riesigen Gas- und Staubwolke rund 27.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Mithilfe zweier Radioteleskope in Spanien konnten die Forscher die charakteristischen Signale des Moleküls eindeutig nachweisen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Nature Astronomy.

Überraschende Erkenntnisse über die Größe des Zuckers

Besonders verblüffend: Ausgerechnet ein vergleichsweise großer Zucker tauchte in der Molekülwolke auf. Kleinere Zucker, nach denen die Wissenschaftler ebenfalls suchten, konnten sie dagegen nicht finden. Nach ihren Berechnungen kommt Erythrulose dort mindestens achtmal, möglicherweise sogar bis zu 17-mal häufiger vor als vergleichbare kleinere Zucker. Das stellt bisherige Vorstellungen infrage, wonach sich im All zunächst einfache Moleküle bilden und daraus nach und nach immer größere entstehen. Erythrulose ist außerdem das bislang größte nicht ringförmige Molekül, das im interstellaren Raum entdeckt wurde.

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Wie entsteht Zucker im Weltall?

Nach den Berechnungen der Forscher könnten eisbedeckte Staubkörner im All als winzige chemische Werkstätten dienen. Auf ihrer Oberfläche reagieren kleinere Moleküle miteinander und bilden nach und nach größere Verbindungen wie Erythrulose. Energiereiche kosmische Strahlung könnte diese Prozesse zusätzlich antreiben.

Was bedeutet der Fund für die Ursprünge des Lebens?

Der entdeckte Zucker ist zwar kein Bestandteil von RNA oder DNA. Er kann sich unter bestimmten Bedingungen jedoch in andere Zucker umwandeln, die für die Entstehung früher Erbmoleküle interessant sind. Außerdem wird Erythrulose bereits heute in Experimenten genutzt, um Vorstufen von Nukleinsäuren herzustellen. Die Entdeckung ist deshalb kein Beweis dafür, dass das Leben aus dem All stammt. Sie stützt aber die Vermutung, dass wichtige chemische Bausteine des Lebens bereits im Weltraum entstanden und später mit Meteoriten oder Asteroiden auf die junge Erde gelangten. Nach Schätzungen der Forscher könnten während der Zeit häufiger Meteoriteneinschläge zwischen 500.000 und 50 Millionen Tonnen Erythrulose auf die frühe Erde gelangt sein. Die genaue Menge lässt sich allerdings nur mithilfe von Modellen abschätzen.

Ausblick: Gezielte Suche nach weiteren Zuckern

Für die Forschung eröffnet der Fund eine neue Möglichkeit: Nun können Astronomen gezielt nach weiteren Zuckern im All suchen. Sollte eines Tages auch Ribose – ein zentraler Bestandteil der RNA – im interstellaren Raum nachgewiesen werden, wäre das ein weiterer wichtiger Baustein für das Verständnis der Entstehung des Lebens.

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